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Fridays-for-Future: Schüler und Studenten zelten in Regensburg | BR24

© BR / Anne-Lena Schug

In Regensburg haben sie nun bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt vor dem Alten Rathaus gezeltet. Die Reaktionen der Passanten sind gespalten.

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Fridays-for-Future: Schüler und Studenten zelten in Regensburg

Normalerweise ziehen die Schüler von Fridays-for-future bei ihren Demonstrationen durch die Stadt. In Regensburg haben sie nun bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt vor dem Alten Rathaus gezeltet. Die Reaktionen der Passanten sind gespalten.

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Vor dem Alten Rathaus in Regensburg hat eine Fridays-for Future-Gruppe in einem Zelt und einem Pavillon übernachtet, um für mehr Klimaschutz zu werben. Am Samstagmorgen sitzen die Demonstranten in Schlafsäcken auf dem Boden und frühstücken. Andere stehen auf dem Platz und stimmen Lieder an.

"Interaktive Demonstrationsform"

Joshua Woldrich, der Versammlungsleiter, erzählt, dass sich die Gruppe für eine Mahnwache mitten in Regensburg entschieden hat, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen. "Unser Hauptziel dabei ist, auf Passanten einzugehen. Es ist einfach eine interaktivere Demonstrationsform als unsere normalen Sternmärsche und Demonstrationszüge."

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24 Stunden lang haben die Demonstranten vor dem Alten Rathaus demonstriert.

Die meisten Passanten hätten positiv und interessiert reagiert und den Campern am Morgen Kaffee und Frühstück vorbeigebracht. In Gesprächen hätten die Demonstranten Tipps und Anregungen gegeben, wie man sein Leben umweltfreundlicher gestalten könne, zum Beispiel durch Verzicht auf Plastik oder wenn man weniger Fleisch isst.

"Es gibt ja viele Dinge die sehr, sehr sinnvoll sind. Zum Beispiel weniger Fliegen, energieeffizienter Leben. Es ist oft unpopulär das zu sagen, aber vegane Ernährung und weniger Fleisch konsumieren. Wir wollen keine Verbotskultur, aber es wäre sinnvoll klimafreundlicher zu leben - wir leben auch nach diesem Beispiel." Joshua Woldrich, Versammlungsleiter

"Nur teilweise richtig, was sie machen"

Manche Passanten seien jedoch kopfschüttelnd vorbeigelaufen oder beobachteten die jungen Leute kritisch. "Teilweise ist es schon richtig, was sie machen", sagt ein Mann im Vorbeigehen, "aber Deutschland ist ein Industriestaat, wir müssen trotzdem auf unsere Stärken bauen - gerade im Automobilbereich. Manchmal sägen wir den Ast ab, auf dem wir draufsitzen." Manche finden, die Aktivisten könnten die Folgen ihrer Forderungen nicht abschätzen.

Fridays-for-Future will Vorschläge einbringen

Der Gruppe geht es auch darum, in einen Austausch mit der Stadt zu kommen. Die Klima-Aktivisten begrüßen nach eigenen Angaben grundsätzlich, dass der Umweltausschuss der Stadt den sogenannten Klimavorbehalt beschlossen habe. Das bedeutet, dass die Stadt den Klimawandel und dessen Folgen bei künftigen politischen Entscheidungen berücksichtigt. Die Protestbewegung fordert jedoch ein Gespräch mit Vertretern der Stadt, um Vorschläge einbringen zu können.

An der Übernachtungsaktion beteiligten sich Schüler aber auch Students-for-future. Die Christians-for-future unterstützten ebenfalls die Demonstranten, indem sie Essen und Trinken vorbeibrachten. Die Aktion hat am Freitag zur symbolischen Uhrzeit 12.05 Uhr angefangen und endet am Samstag Mittag.

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Die Demonstranten wollen mit Passanten ins Gespräch kommen.