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"Fridays for Future" ruft erneut zum globalen Klimastreik auf | BR24

© Bayerischer Rundfunk / Melanie Marks

Bayern mit der Welt für das Klima: "Fridays for Future" plant für Freitag zum vierten Mal den globalen Klimastreik. Alleine in Deutschland finden in mehr als 500 Städten Aktionen statt – bayernweit sind es mindestens 80 Veranstaltungen.

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"Fridays for Future" ruft erneut zum globalen Klimastreik auf

Bayern mit der Welt für das Klima: "Fridays for Future" plant zum vierten Mal den globalen Klimastreik. Allein in Deutschland finden in mehr als 500 Städten Aktionen statt – bayernweit sind es mindestens 80 Veranstaltungen.

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Dieses Mal soll es laut, wütend und unbequem werden, kündigt "Fridays for Future" an. Denn das vergangene Jahr habe gezeigt, so steht es auf der Website, dass es nicht ausreiche, Politikerinnen und Politiker auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Weder die Proteste der Schülerinnen und Schüler, die seit über einem Jahr jeden Freitag für den Klimaschutz demonstrieren, noch die insgesamt 1,4 Millionen Menschen, die vor zwei Monaten beim globalen Klimastreik mehr "Klimagerechtigkeit" gefordert haben, hätten ein Umdenken erzielt. Und um das geht es den Demonstranten.

Aufruf zum globalen Klimastreik: Neustart

Für diesen Freitag ruft "Fridays for Future" deswegen erneut zum globalen Klimastreik unter dem Motto #NeustartKlima auf. Wenige Tage vor der Weltklimakonferenz in Madrid wollen die Aktivisten weg vom "business as usual". In Deutschland geht es ihnen dabei vor allem um das Klimapaket, das die Große Koalition im September beschlossen und der Bundestag im November verabschiedet hat. Dieses reiche nicht aus, um den Klimawandel aufzuhalten. Es müsse überarbeitet werden.

Ziel: Überarbeitung des Klimapakets

Ein Beispiel: Die Bundesregierung hat sich in ihrem Klimapaket darauf geeinigt, einen CO2-Preis einzuführen. Ab 2021 soll eine Tonne CO2 demnach zehn Euro kosten. Ab 2026 soll dieser Preis durch ein Handelssystem abgelöst werden, jedoch eine Obergrenze von 60 Euro die Tonne gelten. Aktivisten von "Fridays for Future" fordern dagegen 180 Euro pro Tonne CO2. Eine Studie des "Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change" (MCC) und des "Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung" empfiehlt einen Einstiegspreis von 50 Euro pro Tonne, der bis 80 Euro erhöht werden kann. Allerdings: Es kursieren viele Studien mit verschiedenen Empfehlungen.

Andere Forderungen der Aktivisten sind, die Energiewende neu aufzulegen und Subventionen für Kohle, Öl und Gas zu streichen.

In Bayern sind mehr als 80 Ortsverbände dabei

Deutschlandweit sind Aktionen in mehr als 500 Städten geplant – in Bayern sind es mehr als 80. Tausende Teilnehmer werden insgesamt erwartet. So rechnet Würzburg mit etwa 2.000 Demonstranten. Am Vormittag werden sie zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt aufbrechen. Sie könnten den Verkehr in einigen Stadtteilen behindern, warnt die Stadt. Aschaffenburg startet eine Kundgebung am Mittag und endet mit einer Filmvorführung am Abend. In Weiden wird die Kirche um fünf vor 12 symbolisch die Glocken läuten. Danach soll eine Andacht gehalten werden, zur Bewahrung der Schöpfung. Die wahrscheinlich größte Veranstaltung findet in München statt. Mehr als 10.000 Menschen haben die Veranstalter für den Königsplatz angemeldet – das letzte Mal reichte der Platz nicht aus und die Veranstalter mussten kurzfristig die Strecke des Demonstrationszuges verlängern, damit alle Menschen teilnehmen konnten.

Teilnehmerzahl unsicher

Ob sie dieses Mal erneut so viele Menschen mobilisieren können, sind sich die Veranstalter nicht sicher. Die Beteiligung hängt von vielen Faktoren ab. Einerseits ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Klimapaket offenbar groß. Der ARD-Deutschlandtrend von Mitte Oktober hatte ergeben, dass knapp der Hälfte der Deutschen das Klimapaket nicht ausreicht. Andererseits, so die Veranstalter, ist für Freitag in weiten Teilen Bayerns Regen angesagt. Das könnte manchen davon abhalten, auf die Straße zu gehen.

Es ist der vierte globale Klimastreik in diesem Jahr. Dem vergangenen Aufruf, im September, folgten deutschlandweit rund 1,4 Millionen Menschen. Im März und im Mai waren es um die 300.000 Teilnehmer.