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Fridays for Future: Glauber will Forderungen thematisieren | BR24

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Schüler demonstrieren am Marienplatz

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Fridays for Future: Glauber will Forderungen thematisieren

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat bei der Klimakonferenz in München versprochen, einige Forderungen der Jugendlichen in Kabinett und Landtag zu thematisieren. Glauber sprach mit rund 270 Schülern über Energie, Mobilität und Konsum.

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"Ich bin gekommen, um zuzuhören und die Dinge aufzugreifen", sagte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bei der 2. Klimakonferenz mit vielen hundert Schülerinnen und Schülern heute in München. Bereits vergangene Woche hatten rund 180 Schüler aus Nordbayern in Erlangen mit dem Minister diskutiert.

Plastiktütenverbot soll im Landtag diskutiert werden

Glauber versprach nach dem jetzigen Treffen in München, die Anregungen der Jugendlichen in den Landtag einzubringen. Dazu zählen etwa ein kostengünstiger öffentlicher Personennahverkehr sowie ein komplettes Verbot von Plastiktüten. Daneben soll es Projekte geben, bei denen Jugendliche in der Schule lernen, wie richtiger Klimaschutz funktioniert. Der Minister kündigte an, die Konferenz in einem Jahr zu wiederholen, damit überprüft werden kann, was tatsächlich umgesetzt wurde.

Die Teilnehmer zogen ein gemischtes Fazit. Einige lobten die offene Debatte, andere kritisierten, dass viele Themen nur oberflächlich gestreift wurden. Die Jugendlichen hatten zunächst an Workshops zu den Themen Mobilität oder Energie teilgenommen und dann ihre Ergebnisse im Plenum vorgetragen.

"Fridays for-Future"-Bewegung will eigene Debattenrunden starten

Glauber nahm sich viel Zeit für die Schüler, die Debatte endete fast eine Stunde nach dem ursprünglich anvisierten Termin. Die "Fridays for Future"-Bewegung hat angekündigt, auch eigene Diskussionsrunden zu starten und dazu Politiker einzuladen. 

Die Jugendklimakonferenz entstand als Reaktion auf die Klimaproteste bayerischer Schüler. Viele von ihnen zeigten sich nach der ersten Konferenz in Erlangen enttäuscht. Aktivisten von "Fridays for Future" warfen dem Minister vor, die Konferenz als PR-Aktion genutzt zu haben. Sie fühlten sich nicht ernst genommen und fordern mehr konkrete Zusagen.

Rund 1.200 Teilnehmer bei Kundgebung in München

Zur heutigen "Fridays forFuture"-Kundgebung in München am Marienplatz kamen nach Polizeiangaben etwa 1.200 Teilnehmer. Sie skandierten, "Wir sind hier, wird sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut"; "hopp, hopp, hopp, Kohlestopp" und hüpften zu "wer nicht hüpft, der ist für Kohle, wer nicht hüpft, der ist für Kohle."

Die Demonstranten reisten unter anderem aus Augsburg, Landsberg, Dingolfing, Marktoberdorf und Regensburg an. Auch in anderen bayerischen Städten gingen heute wieder Schüler auf die Straße um für mehr Engagement gegen den Klimawandel zu demonstrieren. In Nürnberg waren es 900, in Regensburg und Bad Reichenhall jeweils rund 60 Schüler.

"Fridays for Future" und die Schulpflicht

Die "Fridays for Future"-Proteste gehen auf die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zurück. Sie schwänzt jeweils Freitags die Schule und protestiert für mehr Klimaschutz. Dadurch hat die Schülerin weltweite Bekanntheit erlangt.

Jeden Freitag streiken auch in Bayern Schüler für eine bessere Klimapolitik. Aber die Demos stehen in Konflikt mit der Schulpflicht. Schulen drohen mit Sanktionen. Die Forderungen werden lauter, dass die Demonstrationen außerhalb der Schulpflicht stattfinden sollen. Empfohlen werden Freitagnachmittag oder das Wochenende.

Initiative: Auch Schüler müssen sich an Regeln halten

Die Bundesinitiative "Differenziertes Schulwesen" äußerte sich heute kritisch zu den freitäglichen Schüler-Demos. Den Politikern warf sie Versagen vor. Ihnen falle "getrieben von Medien- und effektheischender Selbstdarstellung nichts Besseres ein, als großes Verständnis zu zeigen für das Schulschwänzen tausender Kinder und Jugendlicher".

Politische Bildung könne jedoch nur funktionieren, wenn sich alle an demokratisch legitimierte Grundsätze und Regeln hielten, so die Vorsitzende der Initiative Diffenrenziertes Schulwesen, Ingrid Ritt. Wer Kindern und Jugendlichen die Haltung vermittle, dass nur die Aktivisten der Demonstrationen gut seien, die zu Regelverstößen aufriefen, der versündige sich an ganzen Schülergenerationen und untergrabe den Aufbau von Wertehaltungen, die ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft erst ermöglichten.

Schweizer Schüler demonstrieren am Samstag

Am Samstag sind überall in der Schweiz Klimademonstrationen von Jugendlichen geplant. Im Vorfeld kursiert eine "Botschaft der Jugend" an die Eltern, ein Brief, in dem die Jugendlichen ihre Angst vor dem Klimawandel ausdrücken und ankündigen, mit den Protesten nicht aufzuhören, bis sich etwas ändert. Außerdem werden die Eltern dazu aufgefordert, sich den Protesten anzuschließen.