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Fridays for Future in Würzburg: mehr Aktionen, größeres Netzwerk | BR24

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Ende August 2018 setzte sich ein Mädchen vor den Reichstag in Stockholm: Greta Thunberg bei ihrem ersten Schulstreik für das Klima. Inzwischen hat sich die Bewegung Fridays for Future auch in Würzburg etabliert - und erweitert ihren Aktionsradius.

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Fridays for Future in Würzburg: mehr Aktionen, größeres Netzwerk

Ende August 2018 setzte sich ein Mädchen vor den Reichstag in Stockholm: Greta Thunberg bei ihrem ersten Schulstreik für das Klima. Inzwischen hat sich die Bewegung Fridays for Future auch in Würzburg etabliert - und erweitert ihren Aktionsradius.

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Es war der 18. Januar 2019, als die Fridays for Future-Bewegung endgültig Würzburg erreichte. Rund 1.000 Menschen zogen bei der ersten Klimademo vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt, die meisten von ihnen Schüler in ihrem ersten "Bildungsstreik". Kurz vor der Demo saß Vivienne noch im Geschichtsunterricht im Deutschhaus-Gymnasium. Dann stand sie auf und ging raus, die 17-Jährige zog es zur Demo.

"Das war schon ungewohnt, im Unterricht einfach aufzustehen und zu gehen. Aber weil man wusste, warum man das macht, war es auch ein tolles Gefühl. Bei der ersten Demo hatte ich dann ganz stark das Gefühl, dass ich nicht alleine bin. Ich kann zusammen mit diesen ganz jungen Menschen hier was erreichen." Vivienne (17), Fridays for Future Würzburg

Bisher mehr als ein Dutzend Klimademos in Würzburg

Seitdem ist viel passiert. Mehr als ein Dutzend Klimademos hat die Würzburger Ortsgruppe von Fridays for Future mittlerweile organisiert, Ende Mai die bisher größte mit rund 2.000 Teilnehmenden. Vivienne hat kaum eine der Demos verpasst. Inzwischen ist sie Teil des Würzburger Orga-Teams geworden - eine von derzeit etwa 30, die regelmäßig zu den Treffen kommen und die nächsten Schritte planen.

"Es geht darum, für was wir uns hier direkt in Würzburg einsetzen wollen. Gerade weil Würzburg so ein Kessel ist, wo sich der Klimawandel besonders bemerkbar macht. Und es geht darum, welche Aktionsformen wir künftig auf die Beine stellen wollen." Vivienne (17), Fridays for Future Würzburg

Vernetzung mit anderen Organisationen in der Stadt

Denn der Aktionsradius der Bewegung in Würzburg ist größer geworden. Die Klimademos jeden zweiten Freitag haben sich als regelmäßiges Element etabliert. Neu ist aber, dass sich Fridays for Future immer mehr mit anderen Organisationen vernetzt, die ähnliche Ziele verfolgen. So wurde gemeinsam mit der "Critical Mass" eine Fahrraddemo durchgeführt oder es gibt Kooperationen mit dem Bündnis "Verkehrswende jetzt" für mehr ÖPNV und Radwege in der Stadt. Gemeinsam wurde außerdem ein Forderungskatalog an die Stadt formuliert und im Rathaus übergeben.

© Protestierende Schüler

Rund 1100 Schüler haben heute in Würzburg die Schule geschwänzt, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. In ganz Deutschland sind Schüler heute deshalb auf die Straße gegangen.

Fridays for Future: vom Müllsammeln bis zur Mahnwache

Zu den Klimademos sind weitere Aktionen hinzugekommen: die Müllsammelaktion "Clean-Up Würzburg", mehrere Mahnwachen vor dem Würzburger Rathaus, Infostände auf Festivals oder Podiumsdiskussionen. Es gehe darum, auch Menschen in der Stadt zu mobilisieren, die ihre Schul- oder Studienzeit schon eine Weile hinter sich haben, sagt Vivienne. "Wir wollen ältere Generationen mit einbeziehen. Und die Frage ist auch nicht, wie lange es Fridays for Future in Würzburg noch geben wird. Die Frage ist, wie wir uns weiter entwickeln werden."

Planungen für eine Großdemo am 20. September

Das nächste große Zwischenziel auf dem Weg zu mehr Klimaschutz ist der 20. September. Dann soll im Rahmen eines weltweiten Klimastreiks auch in Würzburg eine Großdemo organisiert werden. Derzeit ist die Würzburger Ortsgruppe im Gespräch mit der Stadt, um die Route der Demo festzulegen. Da bleibt Vivienne kaum Zeit, die kontroverse öffentliche Diskussion um Greta Thunberg und ihren Segeltörn nach New York wirklich mitzuverfolgen. Und ohnehin habe sich die Würzburger Bewegung von ihrer prominentesten Impulsgeberin gewissermaßen emanzipiert.

"Ohne Greta Thunberg wäre dieses Thema niemals so schnell so groß geworden. Und für Kritiker ist es ja sehr leicht, sich auf eine einzelne Person einzuschießen. Es gibt keinen Menschen, der perfekt ist. Aber Greta ist doch gar nicht das Thema, es geht nicht um dieses eine Mädchen. Es geht darum, wie wir alle zusammen diese Klimakrise lösen können."