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Fridays For Future: Diskussion um Passauer Bischof geht weiter | BR24

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Nachdem Bischof Oster am Freitag in Passau an der "Fridays For Future"-Demonstration teilgenommen hatte, reißt die Diskussion darum nicht ab. Viele Politiker aus der Region sehen seine Teilnahme kritisch - andere befürworten sie.

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Fridays For Future: Diskussion um Passauer Bischof geht weiter

Nachdem Bischof Oster am Freitag in Passau an der "Fridays For Future"-Demonstration teilgenommen hatte, reißt die Diskussion darum nicht ab. Viele Politiker aus der Region sehen seine Teilnahme kritisch - andere befürworten sie.

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Darf ein Bischof an einer "Fridays For Future"-Demo teilnehmen? Eine Frage, die seit dem Wochenende in Passau heftig und kontrovers diskutiert wird. Der JU-Kreisvorsitzende Stefan Meyer hatte Bischof Stefan Oster öffentlich scharf kritisiert– u. a. weil die Demo von linksradikalen Kräften beworben worden sei und sich ein Bischof generell "aus der Politik rauszuhalten habe".

Bischof Oster müsse Kritik aushalten

Meyer erntet dafür aus der eigenen Partei hauptsächlich Zustimmung, bekommt aber auch Gegenwind. Der Passauer Landtagsabgeordnete Walter Taubenender sagte dem BR, wenn ein Kirchenvertreter sich einer solchen Demonstration - u. a. mit Vertretern extremer Gruppierungen - anschließe, müsse er sich der Diskussion um seine Person auch stellen. Auch MdL Gerhard Waschler hält die Kritik an Oster für nachvollziehbar: Der Bischof habe sich – ob er wollte oder nicht – mit dieser Aktion als hoher kirchlicher Würdenträger politisch instrumentalisieren lassen. Daran ändere auch das wichtige und gute Thema Klimaschutz nichts, so Waschler.

Gegenwind aus der CSU

Anders sieht es der Passauer OB-Kandidat der CSU, Georg Steiner. Dem BR teilte er mit: "Alle zusammen hätten wir schon viel früher mitgehen sollen. Mich beeindruckt die Klimaschutz-Bewegung. Und ich werde bei nächster Gelegenheit selbst dabei sein. Allerdings möchte ich mit den Verantwortlichen auch ins Gespräch kommen, wie wir den ökologischen Umbau vor Ort in Passau forcieren können."

Teilnahme an Demonstration müsse hinterfragt werden

Raimund Kneidinger, Landratskandidat und CSU-Bundeswahlkreisgeschäftsführer, kann zunächst einmal die Kritik an Bischof Oster verstehen. Weil man grundsätzlich hinterfragen müsse, ob ein Bischof an einer Demo teilnehmen darf, zu der auch radikale Kräfte wie die "Antifa" aufgerufen hatten. Kneidinger setzt allerdings auf Versöhnung. Das Beste wäre, wenn Bischof Oster und JU-ler Meyer bei einem persönlichen Treffen darüber mal sprechen würden.

Bischof dürfe sich für Schöpfung einsetzen

Klare Worte vom zweiten Bürgermeister von Passau, Urban Mangold (ÖDP), der wie Bischof Oster bei der Kundgebung in Passau dabei war. Zum BR sagte Mangold, er danke dem Bischof für seine aufrechte Haltung. Die Attacken der CSU seien "bösartig und völlig deplatziert". Mangold: "Die CSU sollte mal einen Gang zurückschalten und sich beim Bischof entschuldigen. Selbstverständlich darf sich ein Bischof für den Erhalt der Schöpfung einsetzen."

Bei der FFF-Kundgebung am Freitag waren mehr als 5.000 Teilnehmer dabei. Es war eine der größten Demonstrationen in Passau in den letzten Jahren.