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Fridays-For-Future-Bewegung im Kommunalwahlkampf | BR24

© BR/Tanja Oppelt

Die Klimaschützer im Wahlkampf.

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Fridays-For-Future-Bewegung im Kommunalwahlkampf

Sie wollen autofreie Innenstädte, mehr Radwege und einen günstigen öffentlichen Nahverkehr. Fridays-For-Future Aktivisten stellen Forderungen an die Kommunalpolitik. Selbst als Kandidaten antreten wollen die meisten aber nicht.

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Eva Schreiner findet es absurd. "Da setzen wir Schüler uns hin und erarbeiten einen 30-seitigen Forderungskatalog zum Klimaschutz, obwohl das eigentlich Aufgabe der Politik wäre", sagt die Schülerin aus Nürnberg.

„Notfall-Paket“ für Nürnberg

Sie hat zusammen mit anderen Fridays-For-Future-Aktivisten ein sogenanntes "Notfallpaket" für Nürnberg geschnürt. Es beinhaltet Forderungen, was der Nürnberger Stadtrat sofort gegen die Klimaerwärmung tun könnte: Zum Beispiel den Ausbau des Frankenschnellwegs stoppen, Parkplätze in Spielplätze umwandeln und die Nürnberger Innenstadt autofrei machen. Ziemlich radikale Forderungen, die so geballt in keinem Wahlprogramm auftauchen. Aber die jungen Klimaschutz-Aktivisten werden von der Politik durchaus ernst genommen."Wir haben schon einige Gesprächsanfragen bekommen", berichtet Eva Schreiner.

Fridays-For-Future-Aktivisten wollen sich nicht zur Wahl stellen

Selbst bei der Stadtratswahl antreten wollen Eva Schreiner und ihre Mitstreiter nicht. Das hat erst mal einen praktischen Grund: Sie gehen noch zur Schule oder studieren und wissen nicht, ob sie die nächsten sechs Jahre überhaupt in Nürnberg bleiben. Außerdem finden sie, dass Klimaschutz sowieso ein Thema in allen Parteien und Politikfeldern sein müsse.

Erlangen hat eigene "Klimaliste"

Eine Ausnahme bildet die "Klimaliste Erlangen“. In ihr haben sich ehemalige Klimaschutz-Aktivisten zusammengeschlossen und treten zur Stadtratswahl am 15. März an. Ihre Forderungen: Mehr erneuerbare Energien, mehr Radwege und ein günstigerer Nahverkehr. Spitzenkandidat Sebastian Hornschild will sogar Oberbürgermeister werden.

"Wir haben gesagt, wir können nicht Bittsteller bleiben auf der Straße, sondern müssen es da einfordern, wo über unsere Zukunft entschieden wird – im Erlanger Stadtrat. Keine andere Partei stellt diese Forderungen, so wie es notwendig wäre. Daher haben wir diese Lücke entdeckt, auch zu den Grünen hin." Sebastian Hornschild, Klimaliste Erlangen

Fridays-For-Future distanziert sich von Klimaliste

Die Fridays-For-Future Bewegung in Erlangen distanziert sich von der Klimaliste und will auch keine Wahlempfehlung aussprechen. Aber: In ihrem Positionspapier rufen die Klima-Aktivisten dazu auf, vor allem jüngere Personen zu wählen. Hornschild von der Klimaliste Erlangen ist mit 31 Jahren der jüngste der insgesamt acht Oberbürgermeisterkandidaten.

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