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Freyunger Hotelchefin spricht mit Steinmeier über Corona-Krise | BR24

© Privat

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Besuch im Hotel der Familie Andres in Freyung im Juli 2018

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    Freyunger Hotelchefin spricht mit Steinmeier über Corona-Krise

    Angst vor Job-Verlust, Geldnot, Sorgen um die Zukunft: Per Videokonferenz haben Bürger aus ganz Deutschland Bundespräsident Steinmeier von ihrer Not in der Corona-Krise erzählt. Auch eine Hotelchefin aus Freyung war zugeschaltet.

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    Von
    • Katharina Häringer
    • BR24 Redaktion

    Unbezahlte Rechnungen, keine Buchungen, leere Gasthäuser - viele Menschen wissen in der Corona-Krise nicht, wie es weitergehen soll. Nun sprach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier per Videokonferenz mit Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Deutschland und hörte sich ihre Sorgen an. In dieser sogenannten "Bürgerlage" wollte er von ihnen wissen, wie es ihnen in der Pandemie geht. Unter den sieben ausgewählten Bürgern, die mit Steinmeier reden konnte, war auch eine Frau aus Freyung im Landkreis Freyung-Grafenau: Katrin Andres.

    Bundespräsident Steinmeier war 2018 zu Gast in Freyung

    Mit ihrem Ehemann führt sie den Gasthof zur Post in Freyung. Es ist das Hotel, in dem der Bundespräsident vor zwei Jahren bei seiner Sommerreise für eine Nacht untergebracht war. Offenbar haben die Gastgeber einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Bundespräsidialamt hatte sich von sich aus bei Familie Andres gemeldet. "Ich fühle mich sehr geehrt. Bin aber auch aufgeregt", sagt Katrin Andres im Vorfeld des Interviews dem BR. Andererseits habe sie den Bundespräsidenten als bodenständigen und höflichen Mann erlebt. "Das nimmt mir die Angst."

    "Wir sind am Ende angelangt"

    So schilderte Katrin Andres dem Bundespräsidenten ohne Umschweife die Probleme. Seit Wochen ist der Gasthof geschlossen. Zum ersten Mal verzichtet die Wirtsfamilie auf Weihnachtsdeko. Bis Ostern gibt es keine einzige Buchung. Zwei große Sanierungen in den vergangenen Jahren haben das Finanz-Polster aufgebraucht. Sie und andere Hoteliers in Freyung würden zwar die staatlichen Hilfen begrüßen, um die Betriebskosten decken zu können. "Das Problem ist, sie sind halt nicht da, sie sind nicht am Konto und noch nicht ausbezahlt", klagt Andres. Noch nicht mal für November sei das Geld da. Sie sei im Kontakt mit anderen Kollegen in Freyung, die alle darüber klagen würden, dass die Gelder noch nicht da seien. "Wir sind jetzt irgendwie so am Ende angelangt, es ist jetzt Schluss", so Andres.

    © BR/Katharina Häringer

    Hotelchefin Katrin Andres schildert in der Videokonferenz dem Bundespräsidenten die Probleme mit den Corona-Hilfen

    Weiterer Gesprächstermin im Januar

    Steinmeier signalisierte der Hotelchefin aus Freyung, dass er sich dafür einsetzen werde, dass die Hilfen fließen. Wörtlich sagte er: "Wir wünschen ihnen, dass die Zahlungen, mindestens Abschlagszahlungen bald erfolgen. Ich denke auch das Gespräch, das wir miteinander führen, ist nicht ganz schädlich für die Beschleunigung." Davon will sich auch Steinmeier selbst überzeugen. Einen Folge-Gesprächstermin für Januar hat er bereits angesetzt.

    Andres zeigt sich zufrieden mit dem ersten virtuellen Gespräch zur "Bürgerlage“. "Ich hatte das Gefühl, frei und ehrlich sprechen zu können und gehört zu werden. Hoffentlich bringt es was“, sagt sie.

    © BR/Martin Gruber

    Der Bundespräsident war 2018 zu Gast in Freyung

    Teilnehmer aus ganz Deutschland

    Die weiteren Teilnehmer des Gesprächs mit dem Bundespräsidenten kamen aus ganz Deutschland. Mit dabei waren eine Schulleiterin, ein junger Arbeitssuchender, ein Fußballverein, Ehrenamtliche von der Tafel, eine Fachkraft in einer Altenpflegeeinrichtung, eine Szenografin und eine Flötistin.

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