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Weil er als Verkäufer von Bekleidung seinen Laden nicht öffnen darf, sattelt ein Geschäftsmann aus Freyung jetzt um. Mit Toilettenpapier, Drogerieartikeln und Lebensmitteln im Sortiment will er aufsperren. Die Behörden halten sich momentan bedeckt.

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Modehändler will mit Klopapier-Trick seinen Laden öffnen

Weil er als Verkäufer von Bekleidung seinen Laden nicht öffnen darf, sattelt ein Geschäftsmann aus Freyung jetzt um. Mit Toilettenpapier, Drogerieartikeln und Lebensmitteln im Sortiment will er aufsperren. Die Behörden halten sich momentan bedeckt.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Norbert Kremsreiter trägt seine neue Geschäftsidee auf der Brust. Auf seinem weißen T-Shirt ist eine Klopapierrolle zu sehen. Der Chef eines Modegeschäfts am Freyunger Stadtplatz will ab Donnerstag seinen Laden aufsperren und seine Mitarbeiter aus der Kurzarbeit herausholen. Damit das geht, verschwinden einige Pullis, Jacken und Hosen im Lager. Auf 51 Prozent der Ladenfläche gibt es ab jetzt Toilettenpapier, Klobürsten, Masken und regionale Lebensmittel. Denn Kremsreiter hat eine Gewerbeerweiterung beantragt.

Angebot wie beim Discounter

Kremsreiter sieht sich damit auf der sicheren Seite. "Ich halte mich an Gesetz und Recht. Mit der neuen Ausrichtung habe ich ein systemrelevantes Geschäft und leiste einen Beitrag, dass wir durch die Pandemie kommen", sagt er. Dass es in seinem nun systemrelevanten Laden auch Bekleidung und Schuhe gibt, sei dann eben wie beim Discounter.

Bayerisches Gesundheitsministerium prüft den Fall

Die Behörden halten sich im Moment noch bedeckt, prüfen das Vorhaben des Geschäftsmanns aber genau. Das Landratsamt hat die Regierung von Niederbayern und die wiederum das Bayerische Gesundheitsministerium eingeschaltet. Eine Antwort gab es auf BR-Anfrage noch nicht. Es zeigt aber: Die Behörden nehmen den Fall ernst, denn Nachahmer stehen schon in den Startlöchern. "Dutzende Händler haben mich schon angerufen und wollen es genauso machen", erzählt Kremsreiter.

Grünes Licht fehlt

Für den 46-Jährigen steht fest: Er will aufsperren, auch wenn das grüne Licht der Behörden noch nicht vorliegt. Er sieht sich im Recht. "Das ist meine Möglichkeit, mein Geschäft zu retten. Ich nehme mir das Recht, das mir zusteht. Das würde ich auch juristisch prüfen lassen. Dann müssen Gerichte darüber entscheiden, ob ich mich als Unternehmer so ausrichten darf, dass ich überleben kann."

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