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"Freudenschüsse" auf türkischer Hochzeit - Polizei ermittelt | BR24

© BR / Fabian Stoffers

Blaulicht (Symbolbild).

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    "Freudenschüsse" auf türkischer Hochzeit - Polizei ermittelt

    Auf einer türkischen Hochzeitsfeier in Erding sind am Sonntagnachmittag mehrere Schüsse gefallen. Die Polizei ermittelt nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

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    Wie die Polizeiinspektion Erding berichtet, stießen zivile Beamte am Sonntagnachmittag kurz nach 16 Uhr zufällig auf etwa 80 Feiernde einer türkischen Hochzeit, die mit ihren teils hochmotorisierten und mit Fahnen bedeckten Fahrzeugen eine Straße blockierten. Die Zivilkräfte forderten daraufhin Unterstützung an. Der Autokorso war im Begriff, zum Ort der Hochzeitsfeier aufzubrechen, als ein Unbekannter aus der Gruppe heraus sechs Schüsse abfeuerte.

    Polizei: "Feierverhalten maßlos übertrieben"

    Bei Eintreffen der Streifenwagen machten sich die Feiernden aus dem Staub. Dank eines Polizeidiensthundes konnten die Projektile gefunden und sichergestellt werden, sie stammen laut Polizei aus einer Schreckschusswaffe.

    Die Polizei kritisierte das Feierverhalten als maßlos übertrieben, mit Brauchtum hätte dies nichts zu tun. Bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel Notwehr, ist das Schießen in der Öffentlichkeit nicht erlaubt und bedarf der behördlichen Genehmigung. Die Polizei ermittelt deshalb wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

    München: Mit Autokorso und Bußgeldbescheiden ins Eheglück

    Auch in München schlug am Sonntagnachmittag eine türkische Hochzeitsgesellschaften über die Stränge. Hier lösten Teilnehmer eines Autokorsos im Petueltunnel mit quietschenden Reifen Rauchalarm aus und blockierten die Zufahrt zum Platz an der Oper. Die Polizei verhängte Bußgelder gegen mehrere Fahrer.

    Ausufernde Hochzeitsfeiern: 34 Einsätze im letzten Jahr

    Nach diesen beiden ausufernden Feierlichkeiten am Pfingstsonntag hat das Münchner Polizeipräsidium auf Nachfrage bekanntgegeben, dass Einsatzkräfte in den letzten zwölf Monaten insgesamt 34 Mal im Zusammenhang mit Hochzeitsfeierlichkeiten ausgerückt sind. Dabei kam es aber nur in drei Fällen zu Beanstandungen, also Anzeigen oder Bußgeldern.

    Keine Angaben machte die Polizei zur jeweiligen Nationalität der Feiernden. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von Mai 2018 bis heute. Der Münchner Fall vom Wochenende ist dabei bereits berücksichtigt, der Fall in Erding dagegen nicht, weil er in den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord fällt.