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Freude und Enttäuschung über Söders Pläne in Unterfranken | BR24

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Zum Teil mit großer Freude, zum Teil enttäuscht reagiert Unterfrankens Politik auf die Pläne Markus Söders. Im Zuge einer Behördenverlagerung sollen 400 Stellen München nach Unterfranken wandern.

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Freude und Enttäuschung über Söders Pläne in Unterfranken

Zum Teil mit großer Freude, zum Teil enttäuscht reagiert Unterfrankens Politik auf die Pläne Markus Söders. Im Zuge einer Behördenverlagerung sollen 400 Stellen von München nach Unterfranken wandern. Leer ausgegangen ist etwa der Landkreis Haßberge.

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Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, binnen zehn Jahren 400 Behördenstellen von München nach Unterfranken zu verlagern. Während sich Schweinfurt und Bad Kissingen freuen dürfen, hatten andere Landkreise weniger Glück. Das ruft unterschiedliche Reaktionen hervor.

Landrat: Auch Gerolzhofen könnte profitieren

300 Stellen des Finanzamts München sollen nach Schweinfurt verlegt werden. Dazu bringt sich jetzt der Schweinfurter Landrat Florian Töpper ins Spiel. Weil auf der Internetseite der Bayerischen Staatsregierung stehe, dass die Arbeitsplätze "im Raum Schweinfurt" entstehen sollen, hält Töpper dafür das ehemalige Justizgebäude in Gerolzhofen für geeignet. Weiterhin könnten Gebäude in der ehemaligen US-Conn-Kaserne ab 2025 genutzt werden, nach dem für dann zugesicherten Ende des Ankerzentrums.

Schweinfurt hat nach der Industriekrise Anfang der 1990er-Jahre schon mal von Behördenverlagerungen profitiert. Das Bayerische Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik kam mit 200 Mitarbeitern. 1998 sind die Mitarbeiter in ein modernes Gebäude auf einer einstigen Industriebrache gezogen. Viele neue Stellen wurden geschaffen, auf die sich Menschen aus der Region bewerben konnten. Außerdem wurde eine Außenstelle des Bayerischen Landessozialgerichts geschaffen. 11 Richter entscheiden hier über Berufungsverfahren bei Renten-, Unfall- oder Sozialgerichtssachen. Gemeinsam mit 13 Sachbearbeitern decken sie etwa 20 Prozent der bayernweiten Entscheidungen des Landessozialgerichts ab.

Bad Kissingen freut sich auf Schulungsteilnehmer

Auch in Bad Kissingen ist die Freude groß. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist bereits in Bad Kissingen: mit aktuell 24 Mitarbeitern, 100 sollen es in 10 bis 15 Jahren sein. Nun sollen nochmal 100 Stellen bis 2030 dazukommen: für ein Schulungszentrum der Behörde. Neben den neuen Arbeitsplätzen rechnet Bad Kissingen mit rund 1.000 Schulungsteilnehmern pro Jahr. Für die Wirtschaft sei das sehr positiv, sagt Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg.

Laut Bad Kissingens Pressesprecher Thomas Hack sei für das geplante Schulungszentrum auch Platz vorhanden: beispielsweise im leerstehenden Krugmagazin. Da wurden einst an die Kurgäste die Trinkbecher für die Heilwässer ausgegeben. Auf dem brachliegenden Gelände der Unteren Saline könnte neu gebaut werden.

Landkreis Haßberge wäre gerne dabei gewesen

Der Landkreis Haßberge ist bei der Behördenverlagerung leer ausgegangen. Landrat Wilhelm Schneider sagt, dass er gerne auf der Liste dabei gewesen wäre. Ganz wesentlich sei, dass beim im Oktober vom Kreistag beschlossenen Bau eines Kunststoffkompetenzzentrums von staatlicher Seite geholfen werde. Die aktuelle Behördenverlagerung sei wahrscheinlich nicht die letzte gewesen. Bei der nächsten wäre er gerne dabei. "Da heben wir immer den Finger, wir haben Bedarf gerade im Dienstleistungsbereich," sagt Schneider.

Verlagerung nach Bad Königshofen noch nicht abgeschlossen

Gleichzeitig ist die bereits vor fünf Jahren verkündete Verlagerung von 50 Arbeitsplätzen des Finanzamts Nürnberg Süd nach Bad Königshofen im Grabfeld noch nicht realisiert. Auch in Ebern im Landkreis Haßberge ist bereits seit einiger Zeit bekannt, dass dort die Landesbaudirektion der Autobahndirektion Nord angesiedelt werden soll. 40 der knapp 100 erwarteten Stellen gibt es bereits.