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Freud und Leid einer privaten Schlossherrin | BR24

© BR/Annika Svitil

Schloss Eysölden

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    Freud und Leid einer privaten Schlossherrin

    So schön es ist, ein eigenes Schloss zu haben, manchmal gibt es auch im Leben als Schlossbesitzer große Herausforderungen. Veronika Schiele erzählt von ihrem Alltag zwischen Holzheizung und Gästezimmern als Herrin von Schloss Eysölden.

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    Rund 600 Einwohner zählt Eysölden, ein Ortsteil von Thalmässing. Mitten drin ist die Kirche direkt erkennbar. Aber noch etwas anderes prägt das Ortsbild: ein tausend Jahre altes Schloss.

    Geburtsort und sozialer Mittelpunkt

    Seine Bedeutung für das Dorf ist groß. Viele identifizieren sich mit dem Schloss und einige, gerade ältere Bewohner von Eysölden, sind sogar darin geboren. Auch wegen des integrierten Wirtshauses ist es aus dem Dorfleben nicht wegzudenken, erzählt Veronika Schiele, die Besitzerin des Schlosses.

    Aufgewachsen im Schloss

    Das altehrwürdige Gebäude hat Veronika Schiele von ihrer Mutter geerbt. Ein eigenes Schloss war immer deren Traum und den hat sie sich in Eysölden erfüllt. Veronika und ihre Schwester sind hier geboren und aufgewachsen.

    © BR/Annika Svitil

    Viel zu tun auf einem Schloss

    Herausforderung Heizung

    Seit 2011 ist Veronika die Schlossherrin. Als solche wohnt sie nicht einfach in dem Schloss, sie muss auch einige Herausforderungen im Alltag meistern. Zum Beispiel im Winter: Eine Zentralheizung gibt es nicht, dafür mindestens einen Holzofen pro Stockwerk. Wegen den alten Gemäuer dauert es auch mal drei Tage, bis ein großes Zimmer warm ist. "Von nichts kommt nichts, man muss sicherlich mehr körperlichen Einsatz zeigen als in einem normalen Haus", so die Hausherrin.

    Dorfwirtschaft, Gästezimmer und Feste

    Veronika Schiele ist gelernte Hotelfachfrau und betreibt in ihrem Schloss nicht nur die Dorfwirtschaft, sondern vermietet auch Gästezimmer. Feierabend hat sie so eigentlich nie. Veronika bewirtet, kocht und kümmert sich um Gäste. Aber auch Bürodienst zählt zu ihren täglichen Aufgaben – Reservierungen oder Anfragen für Feste bearbeiten und natürlich Marketing.

    "Dann muss man sich auch zeitgleich Gedanken machen, wie man das Schloss auch zukunftsfähig macht, also man muss nach vorne denken, was man alles aus dem Schloss schöpfen kann." - Veronika Schiele

    Förderungen vom Staat

    Viele Zimmer, die regelmäßig saniert werden müssen und das zahlt Veronika selbst. Weil das Schloss denkmalgeschützt ist, gibt es theoretisch die Möglichkeit, hier und da aus Fonds Geld zu bekommen.

    "Man braucht langen Atem, um Anträge auszufüllen, um sich die Mühe zu machen, die viele Zeit zu investieren, auch die Voraussetzungen erfüllen, bis wirklich dann zu diesen Geldern kommt."

    Veronikas Wunsch wäre mehr Unterstützung vom Staat. Wer ihr aber schon jetzt hilft, sind andere Schlossbesitzer, mit denen sie sich austauschen kann. Und wenn sie ehrlich ist: Manchmal hätte sie auch einfach gerne eine kleine Wohnung, wäre irgendwo angestellt, hätte keine Verantwortung. Auf der anderen Seite liebt sie aber den Reiz und die Freiheit, die sie mit ihrem eigenen Schloss hat.

    © BR/Annika Svitil

    Innenhof von Schloss Eysölden