Jugendliche bei der Sitzung des Jugendparlaments.
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Jugendparlament

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Freizeitkarte & Co: Jugendparlament Aschaffenburg feiert Erfolge

Die Stadt mitgestalten: Für die Jugend in Aschaffenburg ist das seit 2019 durch das Jugendparlament möglich. Aktuell gibt es in Bayern rund 120 Vertretungen – mit unterschiedlich viel Erfolg. In Aschaffenburg ist nun mal wieder einer gelungen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Samstagnachmittag im großen Sitzungssaal des Aschaffenburger Rathauses: Das Jugendparlament tagt. Auf die JuPa-Mitglieder wartet ein Überraschungsgast. Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) ist da, will den Jugendlichen persönlich etwas mitteilen. Dazu wird der letzte Punkt auf der Tagesordnung vorgezogen. Es geht um einen Antrag des JuPa im Oktober 2022 an den Stadtrat: Eine Freizeitkarte für alle Minderjährigen in Aschaffenburg für den Eintritt in verschiedene Freizeit-Einrichtungen. Die gute Nachricht: Der Antrag wurde bewilligt.

JuPa-Antrag: Freizeitkarte für Minderjährige

Es folgen Applaus und Fragen der Jugendvertreter: Wie und ab wann genau kommt die Karte, wo ist sie gültig? Die Karte wird ab Sommer dieses Jahres gültig sein. Aufgeladen wird sie mit einem Wert von 30 Euro. Sie kann für den Eintritt der Einrichtungen der Aschaffenburger Freizeitwelt genutzt werden, also im Frei-und Hallenbad, der Eishalle und der Sauna. Dafür stellt die Bürgerstiftung Aschaffenburg 200.000 Euro zur Verfügung. Alle Berechtigten – Kinder ab sechs Jahren – werden informiert, sobald das Freizeitticket zur Verfügung steht.

JuPa: Stimme für die Jugend in der Stadt

Hintergrund des Antrags: Das JuPa will mit dem Freizeitticket für Kinder und Jugendliche einen Ausgleich für die vergangenen Corona-Jahre schaffen und Teilhabe für alle. "Es gibt viele Familien in der Stadt, die es sich nicht leisten können, dass ihre Kinder das Schwimmbad besuchen oder zum Schlittschuhlaufen gehen. Das wollten wir ändern", sagt Lola Aulenbach, erste JuPa-Vorsitzende. Ein großer Erfolg für das 19-köpfige Gremium, kurz vor den Neuwahlen im Juni.

Beachvolleyballplatz und Rauchverbot im Stadion

Das Jugendparlament hat in den vergangenen Jahren schon einiges erreicht für die Belange der Jugendlichen in der Stadt. Dazu zählen unter anderem ein Beachvolleyball-Platz auf der Großmutterwiese und eine Nichtraucherzone im Stadion am Schönbusch. Im Gespräch mit dem Vorstand der Viktoria Aschaffenburg haben es die Jugendlichen erreicht, dass ab der neuen Spielsaison auf einer Tribüne ein Rauchverbot eingeführt wird. Elias Weckwerth aus dem JuPa-Vorstand sieht mehrere Vorteile: Zum einen natürlich der Gesundheitsschutz, zum anderen auch mehr jugendliche Besucher bei den Spielen des Fußball-Regionalligisten. "Offenbar haben sich die Leute, die im Stadion die Regeln bestimmen, sich darüber nicht so viele Gedanken gemacht wie jetzt jüngere Menschen, die den Rauch stärker wahrnehmen."

"Bleibt hartnäckig, knickt nicht ein"

"Deswegen finde ich das Jugendparlament auch so wichtig. Dass wir als Jugendliche für die Jugend in der Stadt mitdenken, und dass wir diese Ideen in den Stadtrat einbringen", erklärt die 18-jährige Lola Aulenbach, die bei der Neuwahl im Juni nicht mehr kandidieren konnte, weil sie mittlerweile volljährig ist. Um für das Jugendparlament zu kandidieren, muss man zwischen 13 und 17 Jahre alt sein und in der Stadt Aschaffenburg wohnen. Lola Aulenbach gibt den neuen Kandidaten mit auf den Weg: "Bleibt hartnäckig, seid ihr selbst und knickt nicht ein."

Jugendparlament mit eigenem Etat ausgestattet

Denn auch das lernen die Jugendlichen, sagt Alena Goldhammer, Sozialarbeiterin, die das JuPa bei seiner Arbeit unterstützt: "Neben den Erfolgserlebnissen erfahren sie auch, wie politische Prozesse funktionieren und dass das alles manchmal etwas länger dauert." Durch den eigenen Haushalt für das JuPa in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr sei es den Jugendlichen aber möglich, kleinere Projekte in Eigenregie ohne den Stadtrat umzusetzen, die dann auch schneller gingen. Mit 10.000 Euro ist das Jupa in Aschaffenburg relativ gut ausgestattet. Vielerorts stehen den Jugendvertretungen zwischen 2.000 und 5.000 Euro zur Verfügung.

Aschaffenburgs OB Herzing vor dem Jugendparlament seiner Stadt.
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Aschaffenburgs OB Herzing vor dem Jugendparlament seiner Stadt.

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