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Freizeitbäder: Hohe Kosten trotz Schließung | BR24

© Regionalnachrichten aus Schwaben

Seit November müssen die Hallenbäder in Bayern ohne Gäste-Einnahmen auskommen. Einfach den Betrieb auf Null zurückfahren können sie dennoch nicht und so entstehen Monat für Monat hohe Kosten. In Kempten hofft man schon jetzt, auf die nächste Saison.

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Freizeitbäder: Hohe Kosten trotz Schließung

Keine Gäste und trotzdem hohe Kosten – vor diesem Problem stehen Hallenbäder und Freizeitbäder seit Anfang November. Wegen der Corona-Pandemie dürfen sie nicht öffnen. Einfach das Wasser ablassen und den Strom abstellen können sie dennoch nicht.

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Von
  • Christian Wagner
  • Kilian Geiser

Seit Anfang November kommen keine Gäste mehr ins Freizeitbad "Cambomare" in Kempten. Gearbeitet wird dort trotzdem: um alles instand zu halten. Die Leitungen werden regelmäßig gespült und auch das Wasser muss beheizt werden, wenn auch nicht auf Badetemperatur. Der Betreiber, das Kemptener Kommunalunternehmen (KKU) will damit Schäden an den Becken vermeiden, erklärt Geschäftsführer Thomas Siedersberger.

Bei einem kompletten Stillstand würden außerdem Keime in den Leitungen zum Problem. Auch die Sauna-Anlagen müssen regelmäßig hochgefahren werden. Mit 40 Prozent der sonst üblichen Kosten rechnet man im "Cambomare". "Das ist schon ein großer wirtschaftlicher Verlust", sagt Geschäftsführer Siedersberger.

Mitarbeiter von Cambomare und Titania wegen Corona in Kurzarbeit

Genauso wie in Kempten ist auch im "Titania" in Neusäß bei Augsburg ein Großteil der 100 Beschäftigten wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Kurzarbeit. Das kommunale Unternehmen lässt mit acht Mitarbeitern die Anlagen "im Notbetrieb" laufen: Sie arbeiten in Zweier-Teams, damit eine etwaige Ansteckung mit dem Corona-Virus begrenzt bliebe.

Ähnlich wie Siedersberger macht auch Petra Voßiek, die stellvertretende "Titania"-Betriebsleiterin, deutlich, dass man das Personal zu halten versucht: "Wir wollen ihnen zeigen, dass sie gebraucht werden und halten Kontakt, versorgen die Mitarbeiter regelmäßig mit Informationen aus dem Bad." Im benachbarten Augsburg erklärt Sportreferent Jürgen Ennigner auf BR-Anfrage, die Mitarbeiter der städtischen Schwimmbäder würden Guthaben auf Arbeitszeitkonten und Urlaub abbauen oder auch an den Telefonen der Corona-Hotline eingesetzt.

Therme Lindau rechnet mit 50.000 bis 100.000 Euro pro Monat

Anders als die kommunalen Schwimmbäder wird die Therme Lindau privat betrieben und soll nach dem kompletten Neubau im Mai eröffnet werden. Betreiber Andreas Schauer hat deutschlandweit mehrere solcher Bäder und rechnet vor, dass selbst ohne einen einzigen Badegast Kosten von 50.000 bis 100.000 Euro im Monat anfallen.

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