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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Friso Gentsch

Bei der Bundeswehr hat im April die Ausbildung für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz begonnen. In Kümmersbruck (Lkr. Amberg-Sulzbach) nehmen sieben Rekruten teil

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Freiwilliger Wehrdienst: Ausbildung für Heimatschützer beginnt

Bei der Bundeswehr hat im April die Ausbildung für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz begonnen. In Kümmersbruck (Lkr. Amberg-Sulzbach) nehmen sieben Rekruten teil, die für Einsätze bei Unglücken und Katastrophen vorbereitet werden sollen.

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  • BR24 Redaktion

Kümmersbruck ist einer von zwei Ausbildungsstandorten in Bayern, der andere ist im unterfränkischen Volkach. Bewerben konnten sich Frauen und Männer im Alter von 17 bis 65 Jahren. Körperliche Fitness ist Grundvoraussetzung.

Heimatnahe Unterstützung bei Katastrophen und Unglücken

Mehr als 9.000 Menschen haben laut der Bundeswehr Interesse am Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz bekundet. Der größte Unterschied zum klassischen freiwilligen Wehrdienst sei statt Auslandseinsätzen eine möglichst regionale und heimatnahe Unterstützung, beispielsweise zur Pandemie-Bekämpfung, um Sandsäcke bei Hochwasser zu stapeln oder bei schweren Unglücken. Nach dem Vierteljahr Grundausbildung folgt eine viermonatige Spezialausbildung.

Wohlfahrtsverbände befürchten Benachteiligung sozialer Dienste

Kritik kommt unter anderem seitens der Wohlfahrtsverbände, die das Programm als eine gut bezahlte Konkurrenz zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD) sehen. Denn Freiwillige bei der Bundeswehr erhielten 1.400 Euro Gehalt, wohingegen Bundesfreiwillige mit rund Tausend Euro weniger rechnen müssten.

Dienst bei der Bundeswehr mehr wert?

"Der neue Freiwilligendienst der Bundeswehr zeigt einmal mehr, dass soziale Tätigkeiten in unserer Gesellschaft weniger wert sind", kritisierte Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen in Bayern, auf Nachfrage. "Wir setzen uns seit Jahren vergeblich dafür ein, dass die Freiwilligen im FSJ und BFD mehr Anerkennung und Vergünstigungen erhalten. Bei der Bundeswehr ist all das möglich."

Die Linkspartei hielte es für sinnvoller Blaulicht-Organisationen wie das Technische Hilfswerk ausreichend zu finanzieren. Auch der Fraktionsvorsitzenden und innenpolitischen Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, erschließt sich der Mehrwert zum bisherigen freiwilligen Wehrdienst nicht: "Es wäre sinnvoller, den bereits vorhandenen freiwilligen Wehrdienst zu reformieren. Es braucht eine echte Strukturreform und keinen Schnupperkurs, um das Nachwuchsproblem der Bundeswehr zu lösen."

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