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Freitagsgebet nach Hanau: Das denken Bayerns Muslime | BR24

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Muslimische Frauen vor der Moschee Islamisches Forum Penzberg

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    Freitagsgebet nach Hanau: Das denken Bayerns Muslime

    Nach den Anschlägen von Hanau machen sich nicht zuletzt die Muslime im Freistaat Sorgen um ihre Sicherheit. Moscheen wie in Aschaffenburg oder Bobingen setzen mit Solidaritätskundgebungen ein Zeichen. Und auch beim Freitagsgebet ist Hanau ein Thema.

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    Freitagsgebet im Münchner Forum für Islam in der Innenstadt. Der Gebetsraum der Moschee und der Nebenraum sind bis auf den letzten Platz belegt. Als Imam Balmin Mehic am Ende des Gebets die Namen der Opfer des Anschlags in Hanau verliest, wird es still unter den gut 100 Muslimen.

    Islamfeindlichkeit sei schon seit Jahren präsent

    "Ich glaube, ich spreche im Namen aller Muslime in München, wenn ich sage, dass die Muslime zu Recht besorgt sind", sagt Mehic. Islamfeindlichkeit sei schon seit Jahren präsent, würde sich jetzt aber immer häufiger durch Gewalt zeigen. "Androhungen, Beschimpfungen ist Alltag für viele Muslime geworden", so der Imam.

    "Mir wäre schon sehr damit geholfen, wenn man einfach einen zivilrechtlichen Schutz hätte, wenn es ein Selbstverständnis dazu gebe, dass der Islam zu Deutschland gehört. Wenn niemand mehr sagen könnte: Deutschland den Deutschen und der Islam ist keine Ahnung wo" Muslima im Münchner Forum für Islam

    Forderung nach besserem Schutz für Moscheen

    Nach dem Gebet spricht Imam Balmin Mehic noch lange mit einzelnen Gemeindemitgliedern. Die Gewalt auf der Straße sei eine Konsequenz aus der muslimfeindlichen Stimmung in Medien und Politik. Zu lange sei in Deutschland die Bedrohung von rechts nicht ernst genommen worden, so Balmin Mehic.

    "Wir plädieren an die Politik, Medien und die gesamte Gesellschaft, sich deutlich und klar gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit zu stellen. Wir plädieren auch an den Verfassungsschutz, Polizei und alle Instanzen, die Sorgen der Muslime ernsthafter anzugehen." Imam Blmin Mehic, Münchner Forum für Islam

    Imam Mehic findet, Moscheen müssten in Deutschland besser geschützt werden - so auch ein Vorschlag von Ministerpräsident Markus Söder. "Ich finde es gut, dass er das sagt. Ich finde es etwas spät, um ehrlich zu sein", sagt Erkan Inan, Mitglied im Migrationsbeirat der Landeshauptstadt München. "Und ich hoffe, dass den Worten dann auch tatsächlich Taten folgen und ich hoffe, dass das nicht nur eine Reaktion ist, sondern dass sich sichtbar auch etwas tut."