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Verband: Freistaat verfehlt Ziele beim Wohnungsbau | BR24

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Die Staatsregierung werde ihre Ziele beim Wohnungsbau verfehlen. Das folgert der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen VdW aus den aktuellen Zahlen.

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Verband: Freistaat verfehlt Ziele beim Wohnungsbau

Die Staatsregierung werde ihre Ziele beim Wohnungsbau verfehlen. Das folgert der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen VdW aus den aktuellen Zahlen. Demnach liegt Bayern im vergangenem Jahr gut 9.000 Wohnungen unter der eigentlichen Zielmarke.

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Wenn sich der Trend so fortsetzt, wird die Staatsregierung ihr mittelfristiges Ziel beim Wohnungsbau nicht erreichen können. Kurzfristig wurde der Zielwert für 2018 bereits verfehlt. 70.000 neue Wohnungen jährlich, hatte sich die Staatsregierung vorgenommen. Am Ende waren es knapp 61.000.

"Da sind natürlich die Wohnungsbauziele, die von der Staatsregierung genannt worden sind - 500.000 Wohnungen bis 2025 - schon ein Stück gefährdet", fürchtet jetzt der VdW-Verbandsdirektor Hans Maier im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Der Verband organisiert 475 sozial orientierte Wohnungsunternehmen in Bayern, zum Großteil Genossenschaften und kommunale Wohnungsbaugesellschaften.

Es wird mehr gebaut, aber zu wenig für den Bedarf

Die Mitgliedsunternehmen haben 2018 knapp zwei Milliarden Euro investiert und rund 4.000 Wohnungen gebaut, so viel wie seit Langem nicht mehr. Offenbar reicht das jedoch nicht aus.

"Wenn wir mehr bauen wollten, dann bräuchten wir mehr Fördermittel, mehr Grundstücke, und wir müssen sicher auch in unsere Kapazitäten investieren." Hans Maier, Verband bayerischer Wohnungsunternehmen

Vor allem die Versorgung mit bezahlbarem Bauland erkennt der Verband als Engpass. Kommunen, Land und Bund müssten mehr tun, um Bauland zur Verfügung zu stellen. Das Bundeseisenbahnvermögen etwa verkaufe keine Grundstücke verbilligt an Genossenschaften, was nach Auslaufen von Erbpachtbindungen zur Mitpreisexplosion führen könne, so Maier.

Es bräuchte mehr Fördergeld, der Bund droht aber sogar zu kürzen

Die Fördermittel für preisgebundenen Wohnraum müssten ebenfalls steigen, wenn mehr davon gebaut werden soll, so der VdW. Während der Freistaat seine Förderung konstant halte, drohe der Bund jedoch die Fördermittel für die kommenden Jahre zu kürzen. "Dann würde für den Freistaat der Anteil der Bundesmittel um 70 Millionen Euro gesenkt werden. Damit kann man nicht zufrieden sein. Wir brauchen eher mehr", so Maier.

Zahl der Sozialwohnungen in Bayern wieder konstant

Es gibt aber auch positive Nachrichten: Der Rückgang bei der Zahl der Sozialwohnungen ist in Bayern inzwischen aufgehalten. Und die Zahl der sozial orientierten Wohnungsunternehmen im Freistaat ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Seit 2012 hat der Verband 27 neue Genossenschaften und zehn neue, vor allem kommunale, Unternehmen aufgenommen. Damit entstehen in Bayern so viele Wohnungsunternehmen neu wie in allen anderen Bundesländern zusammen.