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Freistaat hat für Notfall noch Einmalhandschuhe in Reserve | BR24

© pa/dpa

Schutzhandschuhe werden immer teurer

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    Freistaat hat für Notfall noch Einmalhandschuhe in Reserve

    Das Bayerische Gesundheitsministerium relativiert Berichte über einen Engpass bei Einmalhandschuhen im Gesundheitswesen. Der Freistaat verfüge über Reserven, die im Notfall zum Einsatz kommen könnten.

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    Von
    • Lorenz Storch

    Dem Bayerischen Gesundheitsministerium liegen nach Angaben einer Sprecherin "keine Details über einen akuten Engpass bei Einmalhandschuhen vor, wohl aber über Preissteigerungen". Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte dem Bayerischen Rundfunk, zwar könne es "da und dort zu Engpässen kommen, wenn weltweit Produkte nachgefragt werden", sie höre aber von Krankenhäusern, dass die Lieferketten inzwischen wieder gut funktionierten.

    Freistaat hortet Millionen Handschuhe

    Schutzausrüstung wie Masken und Einmalhandschuhe einzukaufen sei zunächst einmal prinzipiell die Sache der Träger im Gesundheitswesen, so das Ministerium. Für den Notfall allerdings habe der Freistaat inzwischen eine Reserve aufgebaut, im so genannten Pandemie-Zentrallager. Eine hohe zweistellige Millionenzahl an Handschuhen lagert dort bereits. Insgesamt will der Freistaat 190 Millionen Infektionshandschuhe bevorraten, und er kauft auf dem Weltmarkt weiter ein. Laut Huml liegen dem Ministerium Angebote für "einige Millionen Handschuhe" vor, und man werde weiter investieren.

    Pandemie-Zentrallager wird aufgebaut

    Das Pandemie-Zentrallager soll laut Kabinettsbeschluss einmal medizinische Schutzausrüstung im Wert von rund 300 Millionen Euro enthalten. Darunter 42,6 Millionen OP-Masken, 10 Millionen FFP2-Masken, 2,1 Millionen FFP3-Atemschutzmasken, 12,6 Millionen Schutzkittel, 3,6 Millionen Schutzanzüge und 750.000 Augenschutzbrillen. Außerdem Desinfektionsmittel und Beatmungsgeräte.

    Aiwanger will einlagern "über den Durst"

    Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) war im Frühjahr kritisiert worden, weil er im Eilverfahren Güter im Wert von mehreren Millionen Euro für eventuelle Notunterkünfte angeschafft hatte. Heute sagt er, inzwischen sei das Gesundheitsministerium zuständig, er sei aber trotzdem der Meinung, man müsse weiter "über den Durst" einlagern: "Wenn man nichts braucht, wird man geschimpft. Wenn man was braucht, ist besser, man hat was."

    Bayerische Masken warten weiter auf Zertifizierung

    In Bayern eigene Fertigungskapazitäten für Einmalhandschuhe aufzubauen, gilt als zu aufwändig. Auch bei Atemschutzmasken ist der im Frühjahr gegründete "Maskenverbund Bayern" bisher noch nicht am Ziel. Den in Niederbayern produzierten Schutzmasken fehlt weiterhin die Zertifizierung. Im August hieß es, es dauere vielleicht noch drei Wochen. Jetzt sagt Aiwanger: Die zertifizierte Bayern-Maske komme "noch im Oktober".

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