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Freispruch nach Neuauflage eines Mordprozesses | BR24

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Vergangenes Jahr war ein 51-Jähriger vor dem Landgericht Regensburg zu elf Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden. Jetzt wurde der Prozess neu aufgerollt und der Angeklagte freigesprochen.

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Freispruch nach Neuauflage eines Mordprozesses

Im neu aufgerollten Prozess um einen Mord in Neustadt an der Donau im Kreis Kelheim ist der Angeklagte jetzt freigesprochen worden. Die Tat konnte ihm nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Er war zuvor zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

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Von
  • Norbert Bauer
  • BR24 Redaktion

Bereits im Februar 2019 war ein 51-Jähriger vor dem Landgericht Regensburg zu elf Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden. Jetzt wurde der Prozess neu aufgerollt und der Angeklagte freigesprochen. Die Tat konnte dem Mann nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, so das Gericht.

Anklage: Messerstich in den Hals

Nach Auffassung der Anklage hatte der 51-Jährige im Mai 2018 in seiner Wohnung in Neustadt an der Donau einen Bekannten nach einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden von hinten mit einem Messerstich in den Hals getötet.

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil in der Folge aufgehoben und den Fall zurückverwiesen. Er sah in dem Urteil nicht ausreichend begründet, weshalb die Regensburger Richter von der Täterschaft des Angeklagten überzeugt waren. Aufgrund von widersprüchlichen Aussagen der am Tatort anwesenden Frauen kämen auch sie theoretisch jeweils als Täterinnen in Frage.

Zeugenaussagen haben gefehlt

Da beide Frauen nun von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machten, fehlten nun stichhaltige Zeugenaussagen. Letztlich gebe es keinen Beweis, und viele Ungereimtheiten hätten nicht ausgeräumt werden können, so ein Sprecher des Regensburger Landgerichts.

Alkohol im Spiel

Alle Beteiligten seien am Tatabend stark betrunken gewesen. Zudem sei kein Motiv für den Mord seitens des Angeklagten erkennbar. Außerdem sei er nicht einschlägig vorbelastet. Deshalb kam es letztendlich zu einem Freispruch.

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