| BR24

 
 

Bild

Der Angeklagte wurde heute freigesprochen.
© BR/Konstantin König

Autoren

Konstantin König
© BR/Konstantin König

Der Angeklagte wurde heute freigesprochen.

Nach den Aussagen von mehreren Zeugen und einer psychiatrischen Gutachterin, wurde der Angeklagte als schuldfähig eingestuft. Der 58-jährige Mann aus Regen leidet seit mehreren Jahren an psychischen Problemen und schizophrenen Schüben, er nimmt unregelmäßig Medikamente ein.

Angebliches Opfer der Hundeattacke muss von Polizei gebracht werden

Vor Gericht stand er heute, weil er Anfang März 2018 nach einem Streit angeblich den Wirt einer Kneipe in Zwiesel geschlagen haben soll. Danach soll er auch noch seine dreijährige Rottweiler-Hündin auf das Opfer gehetzt haben. Das Tier soll dem Gastwirt dann ins Gesäß gebissen haben. Trotz gerichtlicher Ladung war der angebliche Geschädigte heute nicht vor Gericht erschienen.

Der vorsitzende Richter ließ ihn deswegen von der Polizei an seinem Wohnort in Zwiesel abholen und bis in den Gerichtssaal nach Deggendorf bringen. Dort erklärte der Mann dann, er würde vom Vorfall Anfang März kaum noch etwas wissen, an dem Tag sei er schon betrunken gewesen.

Hund wird als ruhig und nicht aggressiv beschrieben

Die Hundebisse hatte er weder von einem Arzt behandeln lassen, noch selbst dokumentiert, den Angeklagten würde er nicht mehr erkennen. Ein als Zeuge geladener Polizist berichtete heute, dass der Hundebesitzer am Tag der angeblichen Tat bei der Befragung sehr ruhig und kooperativ gewirkt hat. Der mitgeführte Rottweiler hätte keineswegs aggressiv, sondern eher gut erzogen gewirkt. Diese Aussage stützt auch eine weitere Zeugin.

Angeklagter gibt Ohrfeige gegen Freundin seiner ehemaligen Lebensgefährtin zu

Während die Rottweiler-Attacke vor Gericht heute nicht bewiesen werden konnte, gab der Angeklagte selbst zu, die Freundin seiner ehemaligen Lebensgefährtin geohrfeigt zu haben. Als Motiv gab der Mann an, an dem besagten Tag sehr aufgebracht gewesen zu sein. Die spätere Geschädigte wollte ihm nicht verraten, wo sich seine Ex-Freundin samt dem gemeinsamen Rottweiler aufhält. Daraufhin sei es zu der Attacke gekommen. Beim Angriff auf die Frau sei der 58-Jährige zwar aufgrund seines psychischen Zustandes schuldunfähig gewesen, da er aber laut Gutachten keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, wurde eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik aufgehoben.