BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Freispruch für Bestatter rechtskräftig | BR24

© dpa Picture-Alliance Caroline Seidel

Revisionsantrag zu Freispruch für Bestatter zurückgenommen

Per Mail sharen
Teilen

    Freispruch für Bestatter rechtskräftig

    Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt hat ihren Revisionsantrag gegen den Freispruch des Amtsgerichts Schweinfurt für einen Bestatter zurückgenommen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Angeklagt war der Mann in fünf Fällen, weil er Verstorbene ohne Einwilligung der Angehörigen zu Ausbildungszwecken in das „Bundesausbildungszentrum der Bestatter“ ins rund 30 Kilometer entfernte Münnerstadt gefahren haben soll. Der Bestatter war Mitte April vom Vorwurf „Störung der Totenruhe“ freigesprochen worden.

    „Wir haben das Urteil noch einmal eindringlich geprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erfolgsaussichten gering sind.“ Oberstaatsanwalt Norbert Spindler.

    Der Bestatter sagte im Prozess, dass in Münnerstadt ein Mitarbeiter unter Aufsicht eines Spezialisten die Verstorbenen versorgt habe. Azubis hätten das Geschehen allenfalls durch eine Glasscheibe aus dem Nebenraum verfolgt. Er vertrat außerdem die Ansicht, dass die Angehörigen ihm vertraglich die Totenfürsorge übertragen hatten. Eine ehemalige Mitarbeiterin des Bestatters sagte im letzten Sommer, dass an Verstorbenen in Münnerstadt unter anderem sogenannte hygienische Versorgungen vorgenommen worden seien.

    Staatsanwaltschaft hatte Geldstrafe beantragt

    In Kursen von 10 bis 15 angehenden Bestattern sei zum Beispiel der Mund der Verstorbenen verschlossen worden. Heißt, mit Nadelstichen und Faden seien in der Mundhöhle der Verstorbenen Gaumen und Unterkiefer vernäht und fixiert worden. Der Reihe nach hätten das Azubis gemacht, dann seien die Nähte gelöst und der nächste drangekommen, sagt sie. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt hatte im Prozess eine Geldstrafe in Höhe von 8.000 Euro beantragt.

    Antrag der Staatsanwaltschaft

    Nachdem die Staatsanwaltschaft Schweinfurt die schriftliche Urteilsbegründung erhalten hatte, entschied sie Ende Mai, dass bereits eingelegte Rechtsmittel als Revision geführt werden sollten. Das Amtsgericht Schweinfurt war in seinem Urteil der Ansicht, dass mit dem Transport der Verstorbenen in das Bundesausbildungszentrum auch ohne Einverständnis der Angehörigen nicht der Tatbestand "Störung der Totenruhe" erfüllt war. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt sah das zunächst anders und schickte den Revisionsantrag an die Generalstaatsanwaltschaft in München zur Vorlage beim Bayerischen Obersten Landesgericht.