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Eigentlich wollte das Fränkische Freilandmuseum am Samstag wieder öffnen. Die aktuellen Corona-Bestimmungen verschieben nun den Saisonstart bis nach Ostern - mit Hygienekonzept und neu entwickeltem Audioguide.

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Freilandmuseum Fladungen konzipiert Audioguide für zuhause

Schon am Samstag hätte das Fränkische Freilandmuseum wieder die Tore für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Die aktuellen Corona-Bestimmungen verschieben nun den Saisonstart bis nach Ostern. Mit Hygienekonzept und neuentwickeltem Audioguide.

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Von
  • Leon Willner

Eigentlich fehlen nur noch diese buschigen, trockenen Kugeln, die in Western-Filmen über den Boden wehen und Leere versinnbildlichen. Im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen in der Rhön fliegt nichts durchs Bild und doch wirkt die Kulisse dieses rekonstruierten Dorfes wie aus einem Spielfilm. Und seine Straßen sind genauso verlassen. Dabei war alles bereitet, mit frischem Kies hatte sich das Museum für den Saisonstart am 27. März herausgeputzt. Dann stiegen die Infektionszahlen und mit den neuen Corona-Beschlüssen musste die Öffnung aller Museen in Bayern verschoben werden – auf nach den Osterferien, wie das Museum auf seiner Website bekannt gibt. Wann genau das Freilandmuseum Fladungen seine Tore in die ländliche Baukultur Frankens der vergangenen 300 Jahre wieder öffnen darf, ist ungewiss.

Corona-Regeln betreffen alle Museen gleichermaßen

"Es ist schon sehr schwierig, weil wir im Freigelände sind und da nicht die extremen Vorsichtsmaßnahmen treffen müssten wie andere Einrichtungen wie Indoor-Museen zum Beispiel", sagt Linda Wolters. Sie ist im Museum für Kulturvermittlung und Museumspädagogik zuständig. "Aber die Regelungen werden immer für eine komplette Sparte festgelegt", sagt sie. Das gelte für alle Museen, Zoos und Freizeiteinrichtungen gleichermaßen: "Und da sind wir dran gebunden, müssen uns dran halten und versuchen, das Beste draus zu machen."

Freilandmuseum nutzt Corona-Pause für Audioguide-Entwicklung

Die Corona-Pandemie nutzen Wolters und das Museum, um einen neuen Audioguide zu entwickeln. Mithilfe der Initiative "Neustart" der Bundesregierung überlegten sie sich ein Konzept, die eine Führung durch das Museum ohne externe Geräte möglich macht. Ganz einfach per Download auf das eigene Smartphone.

Handy aus der Tasche, QR-Code scannen, zuhören. So einfach funktioniert der neue Audioguide des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen. "Wir haben nicht nur Sachen beschrieben, die man bei uns direkt vor Ort sieht", sagt Wolters. Mit dem Audioguide stellt das Museum die Hintergründe seiner Projekte vor, wie zum Beispiel dem inklusiven Kräutergarten: "Da gibt's Hochbeete, große Schriften. Tastschriften für Sehbehinderte und blinde Menschen. Und das ist was, was wir in dem Audioguide an der Stelle zum Beispiel auch erklären, warum uns das wichtig ist", sagt die Museumspädagogin.

Hygienekonzept aus dem Vorjahr habe sich bewehrt

Das große Plus: Der Audioguide funktioniert von überall. Mit Bildern und interaktiven Elementen holt er das Freilandmuseum nach Hause und verkürzt so die Wartezeit auf die Wiedereröffnung. Die Museumsleitung ist optimistisch, dass das Museum bei sinkenden Zahlen bald wieder öffnen darf. Das Hygienekonzept aus dem Vorjahr habe sich bewährt. Jede Besucherin und jeder Besucher bekommt am Eingang eine grüne Karte mit auf den Weg, die dann bei Eintritt an die Tür des Gebäudes gehängt wird. Darauf steht ein eindeutiger Apell: "Die Hütte ist voll". Im weitläufigen Außenbereich gehe man sich leicht aus dem Weg.

Eröffnung der historischen Schmiede im September

Museumsleiterin Ariane Weidlich freut sich auf den Saisonstart. Insbesondere, weil im Herbst 2021 der jüngste Neuzugang fertig restauriert sein soll: Die historische Schmiede, die bis 2019 in Waldberg im Landkreis Rhön-Grabfeld stand. Der Wiederaufbau sei schon weit vorangeschritten: "Man sieht: das Gebäude ist unter Dach und Fach, die vier Wände sind geschlossen", sagt Weidlich. Bis zum 12. September – dem Tag des offenen Denkmals – soll die Schmiede fertig sein. Am liebsten dann bestaunt von Besucherinnen und Besuchern vor Ort.

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2019 zog die historische Schmiede von Waldberg ins Fränkische Freilandmuseum Fladungen, wo sie nun restauriert wird.

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