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Freigemessener Müll: Vom KKW Grafenrheinfeld in die Mülldeponie | BR24

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Der Reaktor Grafenrheinfeld wird seit drei Jahren zurückgebaut. Ein Teil des anfallenden Mülls landet auf der Kreismülldeponie Rothmühle in Bergrheinfeld. Das Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft ist deshalb besorgt.

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Freigemessener Müll: Vom KKW Grafenrheinfeld in die Mülldeponie

Heute wird erneut Müll aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in die Kreismülldeponie Rothmühle des Landkreises Schweinfurt angeliefert. Die Radioaktivität soll sehr gering sein. Atomkraftgegner sehen das extrem kritisch.

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Von
  • Norbert Steiche
  • BR24 Redaktion

Mineralisches Dämmaterial aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG) soll heute in der Kreismülldeponie Rothmühle des Landkreises Schweinfurt angeliefert werden. Es darf maximal noch eine Radioaktivität von zehn Mikrosievert aufweisen. Das entspricht laut KKG-Betreiber PreussenElektra genau der Menge Radioaktivität, die man aufnimmt, wenn man 150 Gramm Fisch isst oder einmal von Mallorca nach Frankfurt fliegt.

Insgesamt 1850 Tonnen Material

Bislang sind bereits gut 2,9 Tonnen Isoliermaterial in der Kreismülldeponie angeliefert worden. Bis zum Komplettabriss des KKW Grafenrheinfeld in voraussichtlich zwölf Jahren sollen insgesamt rund 1.850 Tonnen sogenanntes freigemessenes Material aus dem Rückbau hierher transportiert werden können.

Kritik von Atomkraftgegnern

Atomkraftgegner sehen das extrem kritisch. Aus Sicht von Babs Günther, der Sprecherin des "Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft", ergibt sich für die Bevölkerung eine erhöhte gesundheitliche Belastung. Weil das Material nicht frei von radioaktiver Strahlung sei, würde mit jeder zusätzlicher Strahlung - auch in kleinen Dosen - eine Erhöhung des Gesundheitsrisikos einhergehen und müsste vermieden werden.

Keine AKW-Abfälle mehr nach Schwandorf

Sogenannter freigemessener Müll aus dem anstehenden Abriss des KKG war zunächst auch in der Müllverbrennungsanlage Schwandorf in der Oberpfalz entsorgt worden. Dagegen wehrte sich jedoch der dortige Abfallzweckverband. Diese ursprünglich für Schwandorf vorgesehenen rund 525 Tonnen sogenannter freigemessener Müll werden laut dem Landratsamt Schweinfurt "voraussichtlich" im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt verbrannt werden.

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