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Hubert Aiwanger
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Regina Kirschner
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Hubert Aiwanger

Auf 13 Prozent kommen die Freien Wähler im aktuellen BR-Bayerntrend. Ein Rekordwert für die Partei. Das freut auch den neuen Fraktionschef Florian Streibl. Sein Kommentar zu den guten Umfragewerten: "Alle Achtung."

Aiwanger sei ruhiger geworden, heißt es

Die Stimmung beim Abendessen mit Kommunalvertretern ist dementsprechend gut. Darauf wird angestoßen und natürlich auf die neue Rolle in Regierungsverantwortung. Auch wenn die noch etwas ungewohnt ist, meint der Vorsitzende der Jungen Freien Wähler in Niederbayern, Tobias Beck: "Hubert Aiwanger kommt von zehn, zwölf Kilometer entfernt von mir zuhause her und jetzt ist er stellvertretender Ministerpräsident." Der Austausch sei der gleiche geblieben, aber trotzdem sei das Gefühl ein anderes, wenn nun der "Herr stellvertretende Ministerpräsident vorbeikommt und nicht der Hubert".

Trotzdem ist der "Hubert" noch der "Hubert", sagt Alfons Eiglsperger aus Kirchroth. Aiwanger sei eben nicht der Typ, der abhebt. Allerdings sei ihm eines schon aufgefallen, meint der Gemeinderat: Aiwanger könne nicht mehr so "sakrisch argumentieren" wie noch in der Opposition, nicht mehr so schimpfen; er sei ein bisschen sachter geworden, etwas ruhiger.

Umweltthemen wie Hochwasserschutz im Mittelpunkt

Die Kommunalvertreter hingegen sparen nicht an Kritik: Vom Hochwasserschutz an der Donau über die Renovierung von Trinkwassernetzen bis hin zur Abschaffung der 10-H-Windkraft-Regel – die Wunschliste der Kommunalpolitiker ist lang. Die drei Freie Wähler-Minister Aiwanger, Thorsten Glauber (Umwelt) und Michael Piazolo (Kultus) müssen Rede und Antwort stehen. Sie tun das nicht immer zur Zufriedenheit aller.

Enttäuscht ist Tobias Beck trotzdem nicht: Ein Koalitionsvertrag sei immer ein Kompromiss, das ausgehandelte Ergebnis schon in Ordnung. Alfons Eiglsperger aus Kirchroth hat vor allem eines positiv überrascht: die Zusammenarbeit mit der CSU. Die Stimmung sei gut, Aiwanger selbst habe ja des Gefühl geäußert, "in den Flitterwochen" zu sein.

Zufriedenheit mit der CSU - aber Sorge um eigene Identität

Adolf Herpich ist schon seit mehr als 30 Jahren bei den Freien Wählern. Dass seine Partei nun so weit gekommen ist und im Freistaat mitregiert sieht er als große Chance. Auch er ist überrascht, wie gut es bisher mit dem Bündnispartner läuft. Die CSU habe Kreide gefressen, alles sei sehr harmonisch, "aber man muss höllisch aufpassen".

Aufpassen, dass die Umarmung der CSU die Freien Wähler am Ende nicht erdrückt. Die Lösung: eigene Akzente setzen, sagt Adolf Herpich. Gute Ideen seien in der Partei ja da. Jetzt müssen sie von den Verantwortlichen auch umgesetzt werden, fordern die Kommunalpolitiker bei der Klausurtagung der Landtagsfraktion in Straubing.