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Freie Fahrt und Veggie-Tag: Fridays for Future goes Kommunalwahl | BR24

© BR/Manuel Rauch

Rund 200 Rosenheimer sind an diesem Montagabend in den Saal des Bildungswerks gekommen. Sie folgten der Podiumsdiskussion und sagten dann, wie sie die Haltung der Politik gegenüber FFF einschätzen.

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Freie Fahrt und Veggie-Tag: Fridays for Future goes Kommunalwahl

Klimaaktivisten auf Kommunalwahl-Kurs: SchülerInnen von "Fridays for Future" konfrontieren OB-Kandidaten mit Forderungen wie freie Tickets und Veggie-Tage. Dazu gibt es den Klima-Wahl-O-Maten, der Parteien zur Klimapolitik auf Herz und Nieren prüft.

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"Fridays for Future" fokussiert sich auf die Kommunalwahlen - und konfrontiert die Kandidaten mit ihren Forderungen. In Rosenheim haben sich die OB-Kandidaten der meisten Parteien einer Diskussion mit den Umweltaktivisten gestellt.

Rede und Antwort in Rosenheim

Rund 200 Rosenheimer sind an diesem Montagabend in den Saal des Bildungswerks gekommen. Zweieinhalb Stunden lang folgen sie aufmerksam der Diskussion auf dem Podium. Auf der einen Seite sitzen Schülerinnen und Schüler sowie Studierende der Umweltbewegung "Fridays for Future" – unterstützt durch einen Vertreter des Erwachsenen-Ablegers "Parents for Future" sowie einen Wissenschaftler der "Scientists for Future".

Auf der anderen Seite stehen sechs Rosenheimer OB-Kandidatinnen und –Kandidaten von CSU, Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern und dem "Bündnis für Rosenheim" den Aktivisten Rede und Antwort. Nur die AfD ist nicht eingeladen.

FFF mit klarem Forderungskatalog

"Fridays for Future" hat klare Forderungen an die Kommunalpolitiker: unter anderem eine autofreie Innenstadt, freie Bus-Tickets für Azubis, Schüler und Studierende sowie Veggie-Tage in allen städtischen Schulen und Einrichtungen.

Die OB-Kandidatinnen und Kandidaten gehen auf die Forderungen ein – mal mehr, mal weniger -so wie sich die "Fridays for Future" das vorstellen. Die Schülerinnen und Schüler sind hartnäckig, haken nach und geben sich nicht so schnell mit den Antworten zufrieden.

Am meisten Reibungsfläche gibt es mit der CSU. Deren Kandidat betont immer wieder: Wer mit dem Auto in die Innenstadt fahren will, solle das auch weiterhin tun. Selbstverständlich wolle man neue Radwege bauen und den öffentlichen Nahverkehr stärken. Für viele bleibt dennoch immer das Auto Mittel der Wahl.

Gemischte Publikumsreaktionen

Das Publikum reagiert gemischt auf die Diskussion. "Ich denke schon, dass die Politiker die jungen Leute ernst nehmen", sagt eine Besucherin im Anschluss. Man komme an ihnen ja nicht mehr vorbei. Ein Zuschauer kritisiert, die meisten der Kandidaten hätten keine echten Konzepte und machten weiter, wie bisher. "Ich hab das Gefühl, dass da viel nach dem Mund geredet wird. Da ist keiner dabei, der wirklich Mut hat und sagt: Wir müssen radikal etwas ändern", moniert eine Besucherin.

Neue Konzepte haben die Politiker nicht parat

Beim Thema öffentlicher Nahverkehr meldet sich in der Diskussion der Wissenschaftler zu Wort. Er kritisiert: Alle Kandidaten redeten nur über das bestehende Bus-System. Man müsse in Krisenzeiten aber nicht nur nachbessern, sondern komplett neu denken. Es gebe Alternativen wie einen Nahverkehr auf Abruf: Elektrobetriebene Kleinbusse, die die Fahrgäste an der Haustür abholen und zu ihrem Ziel fahren. Solche neuen Konzepte hat keiner der Politiker auf dem Podium in petto.

Klima-Wahl-O-Mat in München

An dem Abend wird deutlich: Die "Fridays for Future" sind zu einer Größe geworden und spielen eine gewaltige Rolle bei dieser Wahl – nicht nur in Rosenheim.

In München gibt es erstmals einen Klima-Wahl-O-Mat. Eine Internetseite stellt die Parteien auf den Prüfstand. Wie stehen die Parteien und ihre Kandidatinnen und Kandidaten zu den Forderungen der "Fridays for Future"? Dazu hat das Bündnis "München muss handeln" die Wahlprogramme der Parteien für die Münchner Kommunalwahl überprüft. Maximal 32 Punkte können die Parteien holen. Einen Punkt für jede der 32 Forderungen der "Fridays for Future", wenn sie im Wahlprogramm entsprechend behandelt wird. Bis zur Kommunalwahl soll die Seite laufend aktualisiert werden.

ÖDP im Klimaschutz vorne, Bayernpartei abgeschlagen

Momentan führt die ÖDP das Ranking mit 30,5 Punkten an, gefolgt von den Grünen (26,5), den Linken (20,5) und der SPD (18). Die CSU erreicht mit 10 Punkten knapp ein Drittel der maximalen Punktzahl. Weiter abgeschlagen sind FDP (6), die Rosa Liste (5), die Freien Wähler (3,5) und die Bayernpartei mit gerade einmal 1 von 32 Punkten.

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