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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Rolf Vennenbernd

Sommer, Sonne, Corona-Auflagen - Mit Buchung ins Freibad

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Hitze sorgt für Run auf Freibäder - Wie kommt man zum Ticket?

Bayern stöhnt unter der Hitze. Was liegt da näher als ein Besuch im Freibad? Wer spontan hinfährt, kann dort eine böse Überraschung erleben. Fast überall müssen wegen der Corona-Regeln im Vorfeld online Tickets gekauft werden. Und die sind begehrt.

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Von
  • Christine Kellermann
  • Katharina Häringer
  • Achim Winkelmann
  • Barbara Ecke
  • Nicolas Eberlein

500 Besucher. So viele Menschen dürfen derzeit gleichzeitig im Freibad in Nürnberg sein. Um das kontrollieren zu können, müssen alle Badewilligen im Vorfeld online Karten für ein bestimmtes Zeitfenster erwerben. Sind alle Karten für ein Zeitfenster verkauft, ist keine weitere Buchung mehr möglich, so Matthias Bach von den Nürnberger Bädern:

"Es kann schon mal dazu kommen, dass jemand tatsächlich traurig ist und dann vielleicht doch nicht bei uns reingehen kann. Das tut uns auch wirklich leid und in der Seele weh. Wir würden am liebsten alle wieder sofort komplett reinlassen, aber wir müssen halt mit der Situation umgehen." Matthias Bach, Nürnberger Bäder

Online-Tickets, Timeslots, Besucherampeln in Freibädern

Für die Freibäder in München, Augsburg und Regensburg muss man im Vorfeld online Tickets reservieren, um ins kalte Nass springen zu können. Wer am Freitag oder am Wochenende ins Freibad möchte, sollte sich aber beeilen, vielerorts sind die Karten bereits knapp.

Einen anderen Weg gehen zum Beispiel das Aquatherm in Straubing und das Freibad in Nördlingen. Dort können Karten nicht nur online, sondern auch an der Tageskasse gekauft werden - ohne vorherige Reservierung der Tickets. In Nördlingen gibt es sogar eine Besucherampel. Ist die Höchstzahl an Badegästen erreicht, springt diese auf rot und es ist kein Eintritt mehr möglich.

Wie sieht es in den verschiedenen Regionen Bayerns im Detail aus? Der Überblick zeigt: Es gibt viele unterschiedliche Konzepte, um den Besuchern den Sprung ins kühle Nass zu ermöglichen. Aber: Eintrittskarten sind wegen der geltenden Corona-Regeln überall eine begehrte Ware.

Unterfranken

Das hochsommerliche Wetter lockt in Unterfranken derzeit viele Menschen an die Seen und in die Freibäder – für beides muss man in Alzenau (Lkr. Aschaffenburg) wegen der aktuellen Corona-Regeln einen Platz buchen. Für beide Bademöglichkeiten gibt es für die kommenden Tage aber noch Kapazitäten, wie Werner Seither von den Alzenauer Stadtwerken auf BR-Nachfrage berichtet. Am Meerhofsee lassen die Stadtwerke 1.500 Menschen auf dem Gelände zu. In den kommenden drei Tagen sind noch mehrere hundert Plätze frei. Diese können über das Online-Portal der Stadt gebucht werden. Im Waldschwimmbad in Alzenau ist der Betrieb in Schichten aufgeteilt – mit jeweils 300 erlaubten Badegästen. Auch hier gebe es in den nächsten Tagen noch freie Plätze, so Seither.

Im Freibad in Klingenberg (Lkr. Miltenberg) dürfen rund 1.900 Gäste auf das Gelände, allerdings nur 80 zur selben Zeit ins Becken. Laut Badleiterin Nicole Kukol wird am Eingang die Besucherzahl kontrolliert. Die Badegäste können sich im Freibad dann in der Schlange zum Becken mit Abstand einreihen oder eine kalte Dusche nehmen. Ein Ticketsystem zum Vorabbuchen gibt es im Klingenberger Freibad nicht.

Im Würzburger Dallenbergbad gibt es auch schon lange Schlangen. "Es gibt aber noch genügend freie Plätze, sowohl für heute als auch für die nächsten Tage", sagt Stadtwerke-Sprecherin Susanna Blum. 3.000 Badegäste dürfen jeweils zu den beiden Zeitfenstern vormittags und nachmittags pro Tag ins Schwimmbad. Die Plätze können über das Online-Ticket-Portal gebucht werden. Als zweite Variante für Einzelpersonen ab 16 Jahren gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, sich über die Luca-App zu registrieren, einen QR-Code am Eingang einzuscannen und dann direkt an der Kasse bar oder mit Karte zu zahlen. Das Würzburger Freizeitbad Nautiland will ab Freitag nächster Woche (25.6.) seine Wasserlandschaft öffnen.

Onlinebuchung und ein negativer Corona-Test beziehungsweise der Nachweis von Impfung oder Genesung sind für das Schweinfurter Silvana-Bad nötig. "Die Anzahl der Badegäste wird im Laufe des Tages durch die Menge der online verkauften Tickets gesteuert", sagt Stadtwerkesprecher Dirk Wapki. Die Testpflicht wegen der derzeitigen Inzidenz von über 50 gilt für Besucher ab sechs Jahren. Ein Testangebot in Zusammenarbeit mit einer Schweinfurter Apotheke gibt es von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr auf dem Silvana-Fahrradstellplatz. Besucher werden gebeten, dafür 30 Minuten einzuplanen und einen Personalausweis mitzubringen. Die Stadtwerke Schweinfurt ermöglichen aber außerdem die Nutzung der regy.me-App und der Schweinfurter Bürgerkarte als Impf-, Genesungs- oder Testnachweis. "An der Freibadkasse wird dann lediglich der entsprechende QR-Code gescannt. Somit benötigen Badegäste außer dem Onlineticket keine weiteren Unterlagen", sagt Wapki.

Mittelfranken

Auch in Mittelfranken herrscht ein regelrechter Run auf die Freibäder. So teilt das Fürther Freibad am Scherbsgraben dem BR auf Anfrage mit, dass alle verfügbaren Tickets für die Nachmittage am Donnerstag, Freitag und Samstag bereits ausgebucht sind. Von den 1.600 verfügbaren Tickets halte das Freibad lediglich 100 vor Ort zurück. Im Moment gäbe es allgemein sehr viele Buchungen, heißt es aus Fürth.

Auch im Ansbacher Freibad Aquella ist die Nachfrage groß. Dort gebe es zwei Zeitslots, einen vor- und einen nachmittags, so das Bad auf Anfrage. In beiden Slots sind jeweils 1.000 Menschen zugelassen. Bis 16 Uhr gäbe es noch Kapazitäten, danach sei das Bad voll, so ein Sprecher. Das Ansbacher Bad habe sich aber bewusst gegen ein Online-Buchungssystem entschieden. Tickets müssen direkt vor Ort gekauft werden, eine Lichtschranke zählt die Besucher und übermittelt die Zahl auch auf die Internetseite des Bades.

Auch in die Erlanger Bädern können derzeit nicht so viele Menschen wie sonst eingelassen werden. In den kommenden Tagen sollen aber die Kapazitäten nahezu verdoppelt werden. Ein neues Rahmenkonzept für Freibäder mache das möglich. Zudem habe man in Erlangen die Zeitfenster für Terminbuchungen verlängert, um wieder "in Richtung Normalität zu kommen", so die Stadtwerke.

In Nürnberg dürfen nur 500 Besucher gleichzeitig ins Freibad. Tickets für die Zeitslots gibt es vorab online zu kaufen.

Oberfranken

Die sommerlichen Temperaturen sorgen für einen hohen Andrang im Coburger Schwimmbad. Nach Angaben der Stadtwerke ist seit der Wiedereröffnung des Aquaria an jedem Öffnungstag die maximale Besucherzahl von 500 Personen erreicht worden. Gemäß des durch die Politik aktualisierten Rahmenkonzepts könne das Bad die maximale Besucherzahl pro Tag ab sofort auf 800 erhöhen. Inzwischen sei auch wieder der Kauf von Tickets vor Ort möglich. Die Badbetreiber bitten jedoch, weiterhin Online-Tickets zu buchen. Eine Terminreservierung ist inzwischen nicht mehr nötig, heißt es in dem Schreiben weiter.

Oberpfalz und Niederbayern

Wegen des anhaltend guten Wetters rechnen Freibäder in Niederbayern und der Oberpfalz damit, am Wochenende erstmals ihre Kapazitätsgrenzen zu erreichen. Noch sind in den meisten Bädern aber Plätze frei. Das hat eine nicht-repräsentative BR-Umfrage ergeben.

Im Peb, dem Freibad in Passau, können täglich bis zu 2.000 Personen schwimmen gehen. Ein Wert, der heuer noch nicht erreicht wurde. "Anfang Juni hatten wir mal 1.500 Badegäste. Das war unser Maximum. Aber an diesem Wochenende könnten wir die 2.000er-Marke erreichen", hofft Abteilungsleiter Peter Bauer. Er rät allen Besuchern, vor dem Freibadbesuch auf der Homepage nachzuschauen, wie viele Gäste schon im Bad sind. Eintrittskarten können an der Kasse gekauft werden.

Genauso im Aquatherm in Straubing: Auch hier sind noch Tickets für das Wochenende zu haben. 250 werden online verkauft, 500 an der Kasse vor Ort, damit auch Kurzentschlossene die Chance auf einen Freibadbesuch haben. Das Maximum von 750 Besuchern wurde erstmals gestern erreicht, sagt Leiter Clemens von Ruedörffer. Dann habe es eine kurze Wartezeit gegeben.

Das Elypso in Deggendorf öffnet der Außenbereich erst morgen. Was hier anders ist: Karten können ausschließlich online gekauft werden. Außerdem müssen sich Besucher für den Vormittag oder den Nachmittag entscheiden. Auch hier gibt es noch freie Plätze am Wochenende.

Engmaschige Zeitslots gibt es im Freibad in Neumarkt in der Oberpfalz. Besucher müssen sich für ein Zeitfenster von zwei oder drei Stunden entscheiden. Tickets können zwar am Schalter gekauft werden, die Stadtwerke bitten aber darum, sich online eine Karte zu kaufen, um lange Warteschlangen zu verhindern. Ins Bad dürfen maximal 219 Personen. Für das Wochenende gibt es noch Karten.

Anders als im Regensburger Westbad. Hier zeigt das Online-Buchungssystem bereits heute an: Alle 400 Karten sind sowohl am Samstag als auch am Sonntag schon vergriffen. Karten gibt es nur noch für heute und Freitag.

Schwaben

Das Freibad auf der Marienhöhe in Nördlingen hat sich in diesem Jahr für ein Ampelsystem entschieden. Damit wird genau erfasst, wie viele Besucher sich aktuell im Bad aufhalten. Springt die Ampel auf rot, sind alle 500 Plätze belegt, der Einlass wird gestoppt. Der Aufwand dafür hält sich in Grenzen: ein Zähler im Eingangsbereich, ein Monitor, der den aktuellen Belegungsstand anzeigt und die nötige Software. "Wir sind im vergangenen Jahr geprügelt worden für das Buchungssystem", sagt Betriebsleiter Martin Gruber. Bei diesem System sind Reservierungen für den Eintritt nur vorab online möglich. Ältere Stammkunden konnten oder wollten dies nicht. Durch den Systemwechsel habe man diese Menschen zurückgewonnen, so Gruber. Auch Jugendliche kämen wieder vermehrt ins Bad. "Wir haben jetzt wieder jedes Milieu hier", so Gruber gegenüber dem BR.

In Augsburg hat das Buchungssystem in dieser Woche für Ärger gesorgt. Die ohnehin schon raren Tickets konnten aufgrund von Problemen mit dem Online-Buchungssystem nicht vergeben werden. Nur 100 statt der erlaubten 1.200 Besucher kamen zum Beispiel am Montag ins Augsburger Plärrerbad.

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