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Frauenmörder von Petershausen muss in die Psychiatrie | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Der Angeklagte im Prozess des Doppelmords von Petershausen sitzt auf seinem Platz im Saal des Landgerichts München II.

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    Frauenmörder von Petershausen muss in die Psychiatrie

    Mord und Störung der Totenruhe: Nach dem grausamen Tod zweier Frauen in Petershausen bei München hat das Landgericht München II nun ein Urteil gesprochen. Der Fall hat aus Sicht des Richters auch "eine tragische Komponente".

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    Er tötete zwei Frauen, schändete ihre Leichen und legte sich dann zwischen sie: Nach einem grausamen Doppelmord in Petershausen bei München muss der Täter in eine geschlossene psychiatrische Anstalt. Das Landgericht München II verurteilte den 54 Jahre alten Angeklagten am Mittwoch wegen zweifachen Mordes und Störung der Totenruhe zudem zu 15 Jahren Haft.

    Sadismus und "schwere seelische Abartigkeit"

    Der Vorsitzende Richter bescheinigte ihm in der Urteilsbegründung eine schwere Persönlichkeitsstörung, Sadismus und "schwere seelische Abartigkeit". Das sexuelle Empfinden des Angeklagten sei "mit Gewaltfantasien gegen Frauen verknüpft" gewesen.

    Psychisch kranke Opfer

    Der geständige 54-Jährige hatte im Februar vergangenen Jahres seine beiden ebenfalls psychisch kranken Bekannten getötet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die 40 und 41 Jahre alten Frauen bei einer Faschingsfeier in seiner Wohnung betäubte, erwürgte, erdrosselte und sich dann an ihnen verging. Schließlich legte er sich zwischen beide Leichen ins Bett. Das Gericht sprach von "nekrophilen Handlungen".

    Lange über die Tat "phantasiert"

    Die Art und Weise, wie er die Tat durchführte, die "ritualisierten Abläufe", sprachen aus Sicht des Gerichts dafür, "dass er lange darüber phantasiert hat". Eines seiner Opfer erdrosselte er mit einem zerschnittenen T-Shirt und mit Klebeband. Der Angeklagte verfolgte die Urteilsbegründung mit geschlossenen Augen, immer wieder schüttelte er beinahe unmerklich den Kopf. Nach Angaben des Gerichts soll er versucht haben, sich nach der Tat das Leben zu nehmen.

    Therapeuten erkennen jahrzehntelang sexuelle Störung nicht

    Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklage von Hass auf Frauen als Motiv aus. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten die Unterbringung in der Psychiatrie beantragt sowie lebenslange Haft, die Verteidigung Unterbringung und 14 Jahre Haft.

    Das Gericht sah auch eine "tragische Komponente". Der Angeklagte war jahrzehntelang in Therapie - dabei wurde seine sexuelle Störung allerdings nicht behandelt, weil er sie nie thematisierte.