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Frankenwein: erste Bilanz: gut, aber wenig | BR24

© Anke Gundelach/BR-Mainfranken

In Sulzfeld am Main hat der Fränkische Weinbauverband eine erste Bilanz zur Weinlese 2019 gezogen. Das Fazit: "Bloß a weng arch weng!" Die Qualität des diesjährigen Jahrgangs sei überragend, allerdings bleibe der Ertrag hinter den Erwartungen zurück.

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Frankenwein: erste Bilanz: gut, aber wenig

In Sulzfeld am Main hat der Fränkische Weinbauverband eine erste Bilanz zur Weinlese 2019 gezogen. Das Fazit: "Bloß a weng arch weng!" Die Qualität des diesjährigen Jahrgangs sei überragend, allerdings bleibe der Ertrag hinter den Erwartungen zurück.

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Die geringere Menge hat zufolge, dass der Preis für eine Flasche des Jahrgangs 2019 teurer wird. Mit durchschnittlich 56 Hektoliter Wein pro Hektar habe man in diesem Jahr die geringste Ernte seit 1985 eingefahren, berichtete Hermann Kolesch, der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau.

Witterung machte Wein und Winzern zu schaffen

Verantwortlich für die Ernteeinbußen seien die schwierigen Witterungsverhältnisse und die hohen Temperaturen im Sommer gewesen. Die Weinlese Ende September dauerte nur rund zwei Wochen: "Die kürzeste Weinlese aller Zeiten", wie Unterfrankens Weinfachberater Hermann Mengler gegenüber dem BR angab.

Silvaner trotzte Hitze und Trockenheit

Erfreut zeigte sich Steinmann nach der Weinlese über ein fränkisches Urgestein: Der Silvaner werde auch in diesem Jahr trotz der schwierigen Bedingungen wieder großartige Weine bringen, verspricht Steinmann. "Der ist wie wir Franken: Er ist unheimlich belastbar." Dagegen hätten die frühreifen Rebsorten wie der Bacchus mit den Wetterbedingungen große Probleme gehabt, so Hermann Kolesch. Die Hitze und starker Sonnenschein habe den Trauben stark zugesetzt, zu selten kam der Regen zu Hilfe. "Über das Jahr hinweg fehlen uns da gut 100 Liter", erklärte Kolesch. Deswegen sei es vielerorts zu großen Ernteausfällen bei den frühreifen Sorten gekommen, bei manchen Winzern sei bis zu 90 Prozent der Trauben betroffen gewesen.

Jahrgang 2019 wird teurer

Die geringe Ausbeute werden auch die Verbraucher zu spüren bekommen: Etwa fünf Prozent teurer wird die Flasche Wein. Dies sei zum Einen der hohen Qualität, zum Anderen den großen Anstrengungen der Winzer geschuldet, so Artur Steinmann, Präsident des fränkischen Weinbauverbands: „Wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand. Wir können nicht noch mehr einsparen, also wird der Wein teurer werden müssen."

Klimawandel: Wasserspeicher als mögliche Lösung

Da die Winzer aufgrund des Klimawandels auch in den kommenden Jahren vermehrt mit hohen Temperaturen und fehlendem Niederschlag rechnen müssen, fordert der fränkische Weinbauverband auch die Unterstützung der Landesregierung. "Da muss jetzt im nächsten Jahr was passieren", forderte Steinmann. Eine wichtige Maßnahme wäre der Bau von Wasserspeichern an den Weinbergen. Diese sollen in den regenreichen Wintermonaten Wasser aufnehmen und damit im Sommer in den "Dürrezeiten" aushelfen.