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In Möckenau im Landkreis Ansbach steht der größte Kuhstall Mittelfrankens. Bis zu 600 Milchkühe haben dort Platz. Der Landwirt Armin Nürnberger erbaute den Stall nach einem tierfreundlichen Konzept.

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Frankens größter Kuhstall geht in Betrieb

In Möckenau im Landkreis Ansbach steht der größte Kuhstall Mittelfrankens. Rund 160 Kühe sind bislang eingezogen. Bis zum nächsten Frühjahr sollen es 600 sein.

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Von
  • Laura Grun

600 Kühe in einem Stall, das sind gigantische Ausmaße. Aber trotz dieser Größe und Menge ist Landwirt Armin Nürnberger überzeugt, dass es seinen Kühen gut geht, denn er hat seinen Stall nach einem tierfreundlichen Konzept gebaut.

24 Kühe werden gleichzeitig gemolken

Etwa 160 Kühe bahnen sich ihren Weg durch den Stall, alle in Richtung Melkstand – es gleicht einem großen Hallo unter Freunden. Aufgeteilt in zwei Gruppen werden immer 24 Kühe gleichzeitig gemolken. Zwölf links, zwölf rechts. Zuerst wird das Euter gereinigt, kurz per Hand vorgemolken und dann die Melkmaschine an die vier Zitzen angesetzt, erklärt Armin Nürnberger. Auf einem Display kann alles nachverfolgt werden: Welche Kuh wird gerade gemolken, wie viel Milch gibt die Kuh, wie viel wird noch von ihr erwartet. "Bei dieser hier sind es jetzt zum Beispiel 19,5 Liter Milch", sagt Nürnberger.

Organisation und feste Abläufe sind für das Tierwohl wichtig

Alles ist bis ins Detail organisiert und hat einen festen Ablauf. Das sei bei so vielen Tieren das A und O, so der 41-jährige Landwirt. Nur so könne das Tierwohl bei künftig 600 Tieren gewährleistet werden. Die Technik unterstützt das. Jede Kuh trägt ein Halsband, das aufzeichnet, wie viel sie frisst, trinkt und wie ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist. So behält Nürnberger den Überblick über das Wohl seiner Tiere. Sobald eine Kuh krank wird, weil sie etwa Fieber bekommt, wird sie aus der Herde aussortiert. In einem Krankbereich kann sie sich ausruhen.

"Ich bin der Meinung, dass es dem Einzeltier unter vielen, also einer Kuh unter 600 anderen, die gut gemanagt ist, besser geht als einer Kuh unter wenigen in einem schlecht laufenden Betrieb." Armin Nürnberger, Landwirt.

Extrabereiche für Kühe in anderen Umständen

Um jedem Tier gerecht zu werden, hat Armin Nürnberger sechs Facharbeiter eingestellt. Einer kümmert sich ausschließlich um die Jungtiere, ein anderer betreut die werdenden Mütter. Innerhalb des Stalls gibt es ebenfalls verschiedene Bereiche für die Tiere. Im Hauptstall können sie frei umherlaufen oder aber in einer der Liegeboxen ruhen. Daneben gibt es Extrabereiche für Kühe im Wochenbett, für kranke Tiere oder Kälbchen. Bei der Bauweise des Stalls setzte der Landwirt auf viel Licht und Luft. "Wir haben einen Außenfuttertisch gewählt, dass die Kuh den Blick nach draußen hat. Wir haben drauf geachtet, dass sie sich frei hinlegen kann, dass die Boxen nach vorne hin nicht geschlossen sind und sie zum Beispiel Schwung holen kann, um bequem aufzustehen."

Außenweidebereich in Planung

Nach außen hin ist der Stall ebenfalls offen und kann durch Rollos individuell verschlossen werden. Auf 1.350 Quadratmetern können sich die Tiere im Hauptbereich bewegen – für jede Kuh sind das rund sieben Quadratmeter Platz. Bis zum Sommer 2021 will Nürnberger auch den Außenweidebereich fertigstellen, so dass die Kühe in den Abendstunden draußen stehen können.

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