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Franken89: Über dieses Projekt | BR24

© picture-alliance/ dpa, Martina Hellmann

Strahlend kommen DDR-Übersiedler im Oktober 1989 auf dem Bahnhof im bayerischen Hof an.

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    Franken89: Über dieses Projekt

    1989 fiel nicht nur in Berlin die Mauer: Auch entlang der fränkischen Grenze nach Sachsen und Thüringen öffnete sich der Eiserne Vorhang. Wir blicken auf das Wendejahr "Franken 89" – mit grenzenloser Freude und endlosen Trabi-Kolonnen.

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    1989 fiel nicht nur in Berlin die Mauer zwischen Ost und West: Auch entlang der fränkischen Grenze nach Sachsen und Thüringen öffnete sich plötzlich der Eiserne Vorhang. Endlose Trabi-Kolonnen rollten über die Grenzübergänge in Eußenhausen, Rottenbach und Rudolphstein gen Westen nach Mellrichstadt, Hof und Coburg. Franken 89 – das war zunächst grenzenlose Freude: im lange Jahre geteilten Dorf Mödlareuth beispielsweise, das als "Little Berlin" weltweit bekannt war und auf einmal seine Wiedervereinigung feierte.

    Biografien nachhaltig verändert

    Für viele Menschen entlang der Grenze ist der 9. November 1989 ein Tag, der nicht nur Weltgeschichte schrieb, sondern auch ihre eigenen Biografien nachhaltig veränderte. Für den ehemaligen Bundeswehr-Soldaten Udo Straub etwa, der mit seinen Kameraden in der Hainbergkaserne im unterfränkischen Mellrichstadt stationiert war. "Im Ernstfall hätte ich natürlich geschossen – obwohl unsere Feind ebenfalls Deutsche sind", erinnert er sich an die Zeit des Kalten Kriegs. Noch einschneidender ist die Wiedervereinigung für die früheren NVA-Soldaten, wie etwa Falko Schwarzkopf: Mit dem Untergang des DDR-Systems geht für ihn zunächst eine Weltanschauung unter, bevor er in der Bundeswehr Karriere macht. Als Kompaniechef der Garnison Mellrichstadt und Vorgesetzter des einstigen Feinds Udo Straub. Straub und Schwarzkopf – aus kalten Kriegern werden Kameraden in einer Armee der Einheit.

    30 Jahre nach der Grenzöffnung engagieren sie sich in einem Dokumentationszentrum ehrenamtlich als Erinnerer und Mahner der deutsch-deutschen Teilung. Genauso wie Alfred Eiber: der frühere Grenzpolizist aus Hof, organisiert und leitet Bustouren entlang der früheren Grenze. Nur zwei von vielen Beispielen für ehrenamtliche Erinnerungskultur – auch, weil von staatlicher Seite abseits des jährlichen Festakts zur deutschen Einheit wenig passiert.

    "Lost places" an der alten Grenze

    Die letzten stummen Zeugen der Teilung Deutschlands wie etwa die Grenzanlagen an der Bayerischen Schanz bei Eußenhausen verfallen. Viele Grenzgemeinden sind längst noch keine "blühenden Landschaften", wie von Altkanzler Helmut Kohl vorhergesagt – schon beim grenzübergreifenden ÖPNV kommt die Vereinigung mächtig ins Stocken. Und dennoch tut sich was, weil engagierte Kommunalpolitiker und Ehrenamtliche in Franken, Sachsen und Thüringen anpacken.

    Multimediales Projekt

    Im multimedialen Projekt "Franken89 – 30 Jahre Mauerfall" präsentiert der Bayerische Rundfunk Menschen, Orte und Geschichten vor, während und nach der Wiedervereinigung. Wir zeigen, wie sowohl die Teilung als auch die Wiedervereinigung nicht nur die Schicksale von Menschen sondern auch einer ganzen Region verändert hat. Menschen aus Franken, Thüringen und Sachsen berichten auch aus der Zeit vor dem Mauerfall. Vom Bau der Grenze, von gelungenen und gescheiterten Fluchtversuchen. Familien wurden getrennt, Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, weil sie zu nahe an den Grenzsperranlagen waren.

    Kleine und große Geschichten vom Leben an der Grenze

    Franken 89 bietet ein Stück deutscher Zeitgeschichte, ordnet die historischen Ereignisse ein, veranschaulicht Entwicklungen, Erfolge und Missstände und stellt Menschen entlang der früheren Grenze mit ihren kleinen und großen Geschichten vor. Viele Reporterinnen und Reporter des BR haben die Zeit vor 30 Jahren und früher miterlebt, sind so selbst Zeitzeugen mit ihren eigenen Geschichten aus einem unvergesslichen Abschnitt ihres Berufslebens.