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Franken 89: Geheime Dokumente im Bunker Mellrichstadt | BR24

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1989 war der Kalte Krieg noch deutlich spürbar. BR-Reporterin Nathalie Bachmann macht 30 Jahre danach einen Selbstversuch. Sie verbringt 24 Stunden im Bunker Mellrichtstadt - und entdeckt dort geheime Dokumente.

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Franken 89: Geheime Dokumente im Bunker Mellrichstadt

In der Kaserne in Mellrichstadt war der Kalte Krieg deutlich spürbar. Als Relikt aus dieser Zeit steht dort noch ein komplett eingerichteter Bunker. Was für geheime Dokumente dort lagerten, hat BR-Reporterin Nathalie Bachmann herausgefunden.

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Die Hainbergkaserne und die unter der Erde versteckten Bunker in Mellrichstadt im Landkreis Rhön-Grabfeld existieren bis heute. Das Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges hatte viele Geheimnisse. Die Nähe zur Grenze der DDR machten den Standort besonders wichtig. Welche geheimen Dokumente damals aufbewahrt wurden, verrät Gerard Höhn, ehemaliger Stabsoffizier von 1980 bis 1989. Er nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

Zutritt verboten!

Im Keller des ehemaligen Stabsgebäudes der Hainbergkaserne befindet sich ein strategisch wichtiger Raum. Die sogenannte "Sperrzone" liegt dort unten. Gerhard Höhn gibt einen Einblick hinter die Stahltüren. Der ehemalige Stabsoffizier und Zuständige für Taktik und Einsatz war einer der wenigen mit Zugriff auf diesen Bereich mit geheimen Dokumenten. Gelagert werden die TOP-Secret Dokumente in einem alten Tresor. Das Original steht bis heute in dem Bunker. Die schweren Unterlagenordner sind mit einem großen X markiert und enthalten Einsatzbefehle für die Division und die Brigade.

"Show the Flag" - Flagge zeigen

Die Kaserne in Mellrichstadt liegt sehr nah an der ehemaligen Grenze zur DDR. Im Falle des Falles wären sofort Sperrpläne und Strategien umgesetzt worden. Außerdem erklärt Gerhard Höhn: "Unsere Aufgabe war es, zu einem frühen Zeitpunkt aufzumarschieren. Unser Motto war: "show the flag" - also Flagge zeigen. Wir sollten signalisieren, wir sind bereit! Fangt besser keinen Krach mit uns an". Dazu hätte im Ernstfall auch das legen von Minen gehört.

Wie sicher waren die TOP-Secret Akten?

Während des Kalten Krieges arbeitete die Stasi mit Hochdruck daran, die Einsatzpläne der Hainbergkaserne in ihre Finger zu kriegen. Falls ein Plan aufgedeckt wurde, musste schnellstmöglich ein neuer Plan auf höherer Ebene erarbeitet werden. Die Akten wurden mittels Kurieren zur Kaserne gebracht. "Immer zwei Mann, nie alleine, mit einer großen Ledertasche und bewaffnet, damit die Unterlagen nicht geklaut werden", erinnert sich Höhn.

Fall X ist nie eingetreten

Als die Mauer im Jahr 1989 fiel, war Gerhard Höhn sehr erleichtert. Die geheimen Akten der Bundeswehr wurden zum Bundesarchiv geschickt - sie waren überflüssig. Der Kalte Krieg war vorbei.