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Franken 89: Das Wiedersehen der deutsch-deutschen Grenzdörfer | BR24

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Am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin. Einen Monat später, am 9. Dezember, hätte der Grenzzaun dann auch zwischen dem unterfränkischen Trappstadt und dem thüringischen Eicha fallen sollen. Die Bürger erzwangen jedoch eine vorzeitige Öffnung.

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Franken 89: Das Wiedersehen der deutsch-deutschen Grenzdörfer

Am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin. Einen Monat später, am 9. Dezember, hätte der Grenzzaun dann auch zwischen dem unterfränkischen Trappstadt und dem thüringischen Eicha fallen sollen. Die Bürger erzwangen jedoch eine vorzeitige Öffnung.

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Die Grenztruppen der DDR hatten die vereinbarte Öffnung am 9. Dezember 1989 zwischen Trappstadt und Eicha bereits vorbereitet. Aber die Bürger in der DDR wollten nicht mehr so lange warten. 200 versammelten sich Tage vorher am Zaun. "Macht das Tor auf", riefen sie.

Bürger erzwingen Öffnung des Tores

"Die Leute hatten den Hauptmann eingekreist, er hatte keine Chance", berichtete ein Bürger von Eicha am Nachmittag der Zaunöffnung einem Reporter des Bayerischen Rundfunks. Zum Teil kamen die Menschen direkt von der Arbeit an den Zaun. Jung und Alt waren versammelt, als sich tatsächlich das Tor in den Westen öffnete. Um 14 Uhr kamen die Nachbarn aus Eicha in Trappstadt an. Deren Bürger riefen ungläubig: "Seid ihr das? Kommt ihr von drüben?" Der Empfang war herzlich, es wurde spontan gefeiert.

"So ein Tag, so wunderschön wie heute"

Der damalige Trappstädter Bürgermeister Erich Werner brachte es auf die Formel: "Es war leichter nach Paris zu kommen als von Eicha zu uns." Bisher fremde Menschen fielen sich um den Hals. "So ein Tag, so wunderschön wie heute", wurde angestimmt. Vielen Menschen liefen Tränen über das Gesicht. Mitten unter den feiernden Menschen befand sich auch der damalige Landtagabgeordnete und spätere bayerische Landtagspräsident Johann Böhm (CSU). Auch er war tief bewegt.

"Normalerweise ist der Frühling die Zeit in der das Eis aufbricht, in der sich alles löst und öffnet. Jetzt ist es Winter und trotzdem ist das Eis gebrochen, nämlich das Eis einer sehr kalten Nachbarschaft." Johann Böhm, damals Landtagsabgeordneter (CSU)