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#fragBR24 - Welche Corona-Regelungen gelten bei der Geburt? | BR24

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In Corona-Zeiten ein Kind zu bekommen, ist besonders herausfordernd: In manchen Kliniken werden Frauen dazu aufgefordert, im Kreißsaal Maske zu tragen und für werdende Väter gelten strenge Vorschriften.

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#fragBR24 - Welche Corona-Regelungen gelten bei der Geburt?

In Corona-Zeiten ein Kind zu bekommen, ist besonders herausfordernd: In manchen Kliniken werden Frauen dazu aufgefordert, im Kreißsaal Maske zu tragen, und für werdende Väter gelten strenge Vorschriften.

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Die Nachricht war ein Schock für viele werdende Mütter: Mitten in der Corona-Pandemie meldeten mehrere Tageszeitungen, eine Frau hätte während der Geburt in einem Münchner Krankenhaus eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen, Erstickungsgefühle entwickelt und dadurch ein Trauma erlitten. Wie viel Schutz vor Corona ist notwendig und wo sind die Grenzen, ab denen andere Risiken größer werden als eine Infektion mit dem neuen Virus? Gerade an Geburtsstationen oder aber auch in der Palliativmedizin wird das heftig diskutiert.

Gesetzgeber lässt Spielraum

Die bayerischen Kliniken richten sich in den Maßnahmen zu Eindämmung von Covid-19 an die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung, die wiederum in der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung festgelegt sind. Diese sieht für Geburtsstationen, Palliativzentren, Hospize und Kinderstationen Ausnahmen vor. Das gilt insbesondere für das Besuchsrecht. Die Geburtskliniken entwickeln demnach überwiegend ihre eigenen Konzepte, die sich voneinander unterscheiden.

Maske während der Geburt?

In den meisten Kliniken wird die Mund-Nasen-Bedeckung auch für die Gebärende empfohlen, aber nur, solange sie ihn tolerieren kann. Vor allem in der Anfangsphase der Geburt, wenn sich die Schwangere noch auf den Gängen des Krankenhauses aufhält, oder während Vorsorgeuntersuchungen sollte sie die Maske tragen. Befindet sie sich aber im Wehenzimmer oder im Kreißsaal, kann sie den Mundschutz in der Regel abnehmen, wenn sie sich nicht gut fühlt. Das gilt vor allem für die Endphase der Geburt. Manche Kliniken erlauben auch, dass die Schwangere mit dem Einsetzen der ersten Wehen die Mund-Nasen-Bedeckung grundsätzlich abnimmt.

Wo und wie lange darf der werdende Vater dabei sein?

Der werdende Vater oder eine andere Vertrauensperson darf inzwischen in Kliniken in den Kreißsaal und die Geburt begleiten. Meistens darf der Angehörige bereits ab Beginn der Wehen bei der Gebärenden bleiben und sich nach der Geburt ein bis drei Stunden im Kreißsaal aufhalten, bis Mutter und Kind auf die Station kommen. Falls eine Geburt eingeleitet wird, müssen werdende Väter in vielen Kliniken aber warten, bis die Wehen einsetzen, bevor sie bei ihrer Partnerin sein dürfen.

Welche Besuchszeiten gelten auf der Wochenbettstation?

Auch die Besuchszeiten variieren von Klinik zu Klinik. Grundsätzlich ist auf den Wochenbett-Stationen derzeit nur eine Vertrauensperson erlaubt, die Mutter und Kind besuchen darf. In machen Kliniken sind es 45 Minuten pro Tag, andere handhaben das lockerer. Oft darf in einem Mehrbettzimmer auch immer nur ein Besucher anwesend sein.

Warum kann man vor der Geburt nicht einfach auf Corona testen?

Die meisten Kliniken führen einen Corona-Test durch, sobald die Schwangere aufgenommen wird. Bis das Ergebnis vorliegt, ist die Geburt in der Regel aber vorbei. Deshalb hilft der Test erst auf der Wochenbettstation und bei geplanten Kaiserschnitten, um eine Infektion auszuschließen und die Vorsichtsmaßnahmen lockerer handhaben zu können.

Bei den Wunsch-Kliniken nach Regelungen fragen

Wer derzeit ein Kind erwartet, sollte sich direkt bei den Kliniken über die derzeit dort geltenden Regelungen informieren. Da es notwendig ist, sich frühzeitig anzumelden und sich die Vorgaben der Regierung und somit die Regelungen in den Krankenhäusern mit Bewegungen im Infektionsgeschehen ändern können, ist es ratsam, sich im Verlauf der Schwangerschaft immer wieder auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen.

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