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Fränkischer Tourismus leidet massiv im Corona-Jahr 2020 | BR24

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Die Corona-Krise hat den Tourismus in Franken hart getroffen. In Nürnberg ist die Zahl der Gäste im Jahr 2020 regelrecht eingebrochen.

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Fränkischer Tourismus leidet massiv im Corona-Jahr 2020

Die Corona-Krise hat den fränkischen Tourismus hart getroffen. Vor allem die großen Städte leiden darunter, dass kaum noch Touristen oder Messegäste kommen. Am besten kam bislang das Fränkische Seenland durch die Krise.

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Von
  • Florian Weber
  • Karin Goeckel
  • Markus Balek

In Nürnberg ist die Zahl der Gäste im Jahr 2020 regelrecht eingebrochen. 57,1 Prozent weniger Menschen übernachteten in Hotels oder Pensionen, teilte der Tourismusverband Franken auf einer virtuellen Pressekonferenz mit. Wie kaum eine andere Stadt in Franken leidet Nürnberg unter dem Rückgang des Städtetourismus und dem Wegbleiben von Messegästen – viele große Messen wurden 2020 abgesagt. Auch in diesem Jahr wird es schwierig. So wurde z. B. der Besuchermagnet Spielwarenmesse auf den Sommer verschoben, die Weltleitmesse Biofach, die morgen beginnt, findet nur online statt.

Fränkisches Seenland profitierte vom "Urlaub daheim"

Etwas geringer, aber dennoch deutlich fiel das Minus in klassischen Ferienregionen in Franken aus. Den geringsten Rückgang verzeichnet hier das Fränkische Seenland mit 23,1 Prozent. Im Corona-Sommer 2020 verbrachten viele Menschen den Urlaub daheim und erholten sich am Altmühl- oder Brombachsee. Andere Regionen konnten aber nicht vom Urlaub in heimischen Gefilden profitieren. Insgesamt ging die Zahl der Übernachtungen in Franken um 41,8 Prozent zurück.

Nur halb so viele Touristen im "Romantischen Franken"

Die Übernachtungszahlen in der größten Tourismusregion in Franken, dem "Romantischen Franken" etwa sind im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen. Mit einem Rückgang von 45 Prozent waren es weniger als 900.000 registrierte Übernachtungen. Im Vorjahr waren es noch über 1,6 Millionen, heißt es in einer Mitteilung des Tourismusverbands Romantisches Franken. Vor allem fehlten die Gäste aus dem Ausland. Besonders wichtig sei, dass sich Gastgeber nach der Corona-Krise stärker präsentierten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Deshalb unterstütze der Tourismusverband die Gastgeber bei der Auszeichnung mit Sternen.

Gastgeber können Sterneklassifizierung erwerben

Hotels und Gasthöfe, Ferienwohnungen und Ferienzimmer könnten sich an der vom Deutschen Tourismusverband (DTV) angebotenen Sterneklassifizierung beteiligen. Die Vermieter erhalten dann eine unabhängige und objektive Bewertung und könnten drei Jahre mit den erhaltenen Sternen werben. Dazu würden in Kooperation mit dem Tourismusverband Franken individuelle Betriebscoachings angeboten, hieß es vom Tourismusverband Romantisches Franken. Die Region umfasst den Naturpark Frankenhöhe, das Gebiet entlang der Romantischen Straße mit den Städten Rothenburg, Schillingsfürst, Feuchtwangen und Dinkelsbühl sowie die Burgenstraße mit Colmberg, Ansbach und Lichtenau.

Vorsitzender Joachim Herrmann will Ostergeschäft noch nicht abschreiben

Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der bis zum Jahreswechsel 2020/21 Vorsitzender des Tourismusverbands Franken war, bleibt aber zuversichtlich, dass sich der Tourismus in Franken erholen wird, sobald Reisen wieder möglich ist. Er will das Ostergeschäft für den fränkischen Tourismus noch nicht abschreiben:

"Wir müssen darauf hinarbeiten, dass die Zahlen weiter nach unten gehen, dass die Sterberate weiter nach unten geht, und dann könnten wir schon in sechs Wochen wieder so weit sein, dass Gaststätten und Hotels wieder geöffnet haben können." Joachim Herrmann, scheidender Vorsitzender des Tourismusverband Franken.

Beim Neustart des fränkischen Tourismus soll eine dreiphasige Strategie helfen. So ist unter anderem geplant, mit potenziellen Gästen auch während des Lockdowns in Kontakt zu bleiben sowie unbekannte Wanderwege und naturnahe Ziele zu bewerben, um die Besucherströme zu entzerren. Vor allem in den sozialen Medien sollen die Gäste angesprochen werden.

Jubiläen in Würzburg, Ansbach und Bamberg sollen gefeiert werden, aber wie?

Nachfolger von Joachim Herrmann an der Spitze des Tourismusverbands Franken ist der ehemalige Landrat des Landkreises Weißenburg Gunzenhausen, Gerhard Wägemann. Auch er versucht Hoffnung für die Zukunft zu vermitteln, schließlich gebe es in diesem Jahr einige Höhepunkte. Unter anderem nannte Wägemann der 800. Geburtstag der Stadt Ansbach, die 100. Auflage des Würzburger Mozartfestes oder den 75. Geburtstag der Bamberger Symphoniker. Wie die Feierlichkeiten gestaltet werden können, ist aufgrund der aktuellen Pandemielage aber noch unklar.

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Den Blick auf das Heilig-Geist-Spital genossen 2020 nur wenige Touristen. Nürnberg litt massiv unter der Corona-Krise.

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