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Fränkische Lehrer wegen Personalmangel in Sorge | BR24

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Symbolbild: Schulklasse

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    Fränkische Lehrer wegen Personalmangel in Sorge

    Schon vor Beginn des Schuljahres zeichnet sich ein Lehrermangel ab, der sich im Verlauf noch verschärfen wird, das teilte der Unterfränkische Lehrerinnen- und Lehrerverband (ULLV) mit. Es sei fahrlässig, dass der Lehrerbedarf so auf Kante genäht sei.

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    Von
    • Carolin Hasenauer

    Der Unterfränkische Lehrerinnen- und Lehrerverband (ULLV) hat heute in einer Pressekonferenz auf die Herausforderungen hingewiesen, denen sich Lehrkräfte im kommenden Schuljahr mit Blick auf die Coronakrise stellen müssen, und auf die sich verschärfenden Probleme hinsichtlich des Lehrermangels. Dieser zeichne sich schon vor Beginn des Schuljahres ab und werde sich in dessen Verlauf noch verschärfen.

    Verband erwartet Lehrer-Ausfall von fünf Prozent

    "Es ist fahrlässig vom Kultusministerium, dass der Bedarf an Lehrkräften so auf Kante genäht ist! Denn wie sich die Bedarfslage entwickeln wird, das ist jetzt noch nicht absehbar", meint Gerhard Bleß, Vorsitzender des ULLVs. Während des kommenden Schuljahres erwartet Bleß einen Ausfall von rund fünf Prozent, also in Unterfranken mit rund 5.000 Beschäftigten etwa 250 Lehrerinnen und Lehrer.

    Dazu zählen sowohl, diejenigen, die wegen einer Infektion oder einer präventiven Krankschreibung ausfallen, als auch Schwangerschaften, Eltern- oder Teilzeiten. Und das sei nicht unwahrscheinlich, denn mittlerweile seien rund 95 Prozent der Lehrkräfte an Grundschulen Frauen, an Mittelschulen rund 75 Prozent.

    Zu wenige Team-Lehrkräfte

    Längst werde auf die mobilen Reserven zurückgegriffen, was den Mangel während des Schuljahres noch verschärfen könne. Auch die sogenannten "Team-Lehrkräfte", die vom Bayrischen Kultusministerium heuer wegen der Coronakrise eingeplant wurden, seien nur ein "Tropfen auf den heißen Stein". Denn gegenüber den zu erwartenden Ausfällen sind nur 35 dieser Team-Lehrkräfte für Unterfranken eingeplant.

    Der ULLV verurteile, dass das Kultusministerium lediglich den aktuellen Stand bewerte und danach handele, anstatt nach vorne zu schauen, vorzuplanen. Demnach müsste laut Bleß der Bedarf nicht auf 100 Prozent, sondern auf 120 bis 150 Prozent geplant werden, um den Lehrermangel adäquat abfangen zu können.

    Große Klassen durch Lehrermangel

    In Sachen Corona-Maßnahmen steht der ULLV jedoch hinter den Entscheidungen des Kultusministeriums. Nun wünsche er sich, dass das Ministerium hinter den jeweiligen, individuellen Umsetzungen der einzelnen Schulen stehe und erkenne, dass die Rahmenbedingen an jeder Schule andere sind, weshalb auch die Maßnahmen unterschiedlich umgesetzt werden können.

    "In manchen Dorfschulen mit wenigen Schülern und großen Räumen ist vieles kein Problem", so Bleß. "Aber in anderen Klassen, vor allem in den Oberstufen, kommt man als Lehrkraft permanent in Situationen, wo die Maßnahmen in der Realität nicht komplett umsetzbar sind. Letztlich schließe sich hier der Kreis: Ohne den seit Jahren angeprangerten Lehrermangel gebe es kleinere Klassen, sodass die Abstandsregeln problemlos eingehalten werden könnten, die Ansteckungsgefahr geringer wäre und so der Präsenzunterricht weniger gefährdet wäre.

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