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Fränkische Kliniken weisen Bundesrechnungshof-Vorwürfe zurück.

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    Fränkische Kliniken weisen Bundesrechnungshof-Vorwürfe zurück

    Mittelfränkische Kliniken wehren sich gegen Vorwürfe des Bundesrechnungshofes, Falschangaben über die Verfügbarkeit von Intensiv-Betten gemacht zu haben. Sie hätten dagegen eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Covid-Patienten gespielt.

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    Von
    • Oliver Tubenauer

    Die mittelfränkischen Kliniken wehren sich gegen Vorwürfe des Bundesrechnungshofes. Die Finanzkontrollbehörde hatte den Verdacht erhoben, dass die unbürokratischen Finanzspritzen des Bundesgesundheitsministeriums die Kliniken bundesweit dazu ermuntert haben könnten, falsche Angaben über die Verfügbarkeiten von Intensivbetten zu machen. Denn nur wenn die Quote bei weniger als 25 Prozent liegt, gibt es entsprechende Ausgleichszahlungen.

    Hohe Verluste wegen OP-Verschiebungen

    Die Manipulationsvorwürfe würden aber nicht das Uni-Klinikum Erlangen betreffen, teilte ein Sprecher des Krankenhauses mit. Aufgrund der starken Auslastung von Intensivbetten und Personal während der Corona-Pandemie hätte man das OP-Programm über Monate auf bis zu 40 Prozent herunterfahren müssen. Man sei froh, dass die dadurch entstandenen Verluste durch Ausgleichzahlungen von Bund und Freistaat weitestgehend ausgeglichen werden konnten, so der Sprecher des Erlanger Uni-Klinikums.

    Empörung über Manipulationsvorwürfe

    Auch der Ärztliche Direktor am Klinikum Fürth, Dr. Manfred Wagner, weist für sein Haus derartige Vorwürfe entschieden zurück. "Als stark von der Corona-Pandemie betroffenes Haus fehlen uns die Worte, dass wir zu Unrecht in dieses Licht gerückt werden", so Wagner.

    Eine Sprecherin des Klinikums Nürnberg zeigte sich ebenfalls empört über die Vorwürfe. Sie verweist darauf, dass die 25-Prozent-Quote sich nicht auf das jeweilige Krankenhaus beziehe, sondern auf die gesamte Stadt, den Landkreis oder gar die Region. Das Klinikum Nürnberg habe von Beginn der Pandemie bis heute mehr als 2.400 Covid-Patienten behandelt, davon knapp 500 auf den Intensivstationen. 

    Ausnahmesituation macht Finanzhilfen unverzichtbar

    Somit werde deutlich, dass die Einrichtung über die Region hinaus eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Covid-Patienten gespielt habe. Die staatlichen Finanzhilfen seien für den Aufbau von Intensivbetten und andere Leistungen unverzichtbar gewesen, um das Klinikum in dieser Ausnahmesituation leistungsfähig zu halten.

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