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Parken auf der Würzburger Talavera soll ab Juni 2022 kostenpflichtig sein.

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Würzburg führt Parkgebühren auf Talavera ein

In einer langen und augenscheinlich kräftezehrenden Sitzung hat der Würzburger Stadtrat Parkgebühren auf der innenstadtnahen Talavera beschlossen. Ab Sommer soll Parken dort 30 Cent pro angefangener halber Stunde kosten

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Pirmin BreninekPirmin Breninek
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Schon auf dem Weg in den Sitzungssaal war klar: Diese Stadtratssitzung zieht besonders großes Interesse auf sich. Am Würzburger Congress Centrum hatten sich am Donnerstagnachmittag etwa 30 Einzelhändler, Hoteliers und Handwerker versammelt. Sie wollten Würzburgs Stadträten noch einmal ins Gewissen reden vor den anstehenden Entscheidungen. Denn unter anderem sollte es um das Thema Parkgebühren gehen. Doch gegen 23.30 Uhr, nach achteinhalb Stunden stand fest: Der Würzburger Stadtrat spricht sich mehrheitlich gegen kostenloses Parken auf der Talavera aus.

Parkkosten: 30 Cent pro halbe Stunde

Damit folgte der Stadtrat mit 27 zu 21 Stimmen einem fraktionsübergreifenden Antrag. Parken auf der Talavera soll also ab Juni 30 Cent pro angefangener halber Stunde kosten. Der Tageshöchstsatz liegt bei neun Euro.

Eingereicht hatten den Antrag Grüne, FDP, Linke, Freie Wähler/FWG, ÖDP, Bürgerforum für Würzburg und Zukunft für Würzburg. Gemeinsam hatten sie im letzten Jahr ein umfassendes Verkehrs- und Mobilitätskonzept zur Würzburger Innenstadt ausgearbeitet. Der Antrag zu den Parkgebühren, unter anderem auf der Talavera, ist Teil dieses Konzepts.

Petition sammelt mehr als 8.000 Unterschriften

Die anstehende Entscheidung sorgte vorab für ungewohnt große Wellen in Würzburg. Kritik kam nicht nur aus Reihen der CSU und SPD, sondern auch von Würzburger Wirtschaftsverbänden. Eine Petition sammelte mehr als 8.000 Unterschriften gegen die Einführung der Parkgebühren.

Etwa 30 Geschäftsleute hatten sich im Vorfeld der Stadtratssitzung am Eingang zum Saal versammelt.

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Die Kritiker fürchten beispielsweise ein Aussterben der Würzburger Innenstadt. Auf die Talavera passen etwa 1.000 Fahrzeuge, fußläufig zur Innenstadt. Der Parkplatz wird auch von vielen Pendlern genutzt. Für die seien die Parkgebühren zu hoch, so der Vorwurf. Bislang mangele es an einem gut ausgebauten ÖPNV.

Alle Verkehrsanträge erfolgreich

Die Mehrheit der Bündnispartner im Stadtrat brachte das an diesem Abend nicht in Gefahr. Auch ihre weiteren Anträge erhielten Zustimmung. Hierbei ging es unter anderem um eine engere Taktung der Straßenbahn und ein neues Park-and-Ride-Parkhaus am Stadtrand Richtung Randersacker.

Ziel der Bündnispartner ist es, dass zukünftig weniger Autos in der Würzburger Innenstadt unterwegs sind. Dafür wollen sie unter anderem die Oberflächenparkplätze im Stadtkern weitgehend entfernen. Gleichzeitig soll allerdings auch ein neues Parkhaus in der Innenstadt entstehen und der ÖPNV ausgebaut werden.

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