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Digitales Lernen kann gerade für Schüler mit Migrationshintergrund eine große Hürde sein. An der Pestalozzi-Mittelschule Regensburg haben 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler Migrationshintergrund.

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Homeschooling: Wenn die Sprache zur Herausforderung wird

Sprachliche Barrieren und fehlende Technik: Für Schüler mit Migrationshintergrund ist das Homeschooling teilweise eine große Herausforderung. Die 15-jährige Fadwa aus Syrien lebt seit 2015 in Regensburg. Sie will trotz Corona ihren Quali schaffen.

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Von
  • Meike Föckersperger
  • BR24 Redaktion

Das digitale Lernen kann gerade für Schüler mit Migrationshintergrund eine große Hürde sein. An der Pestalozzi-Mittelschule Regensburg haben 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler Migrationshintergrund. Eine von ihnen ist Fadwa. Die 15-Jährige besucht die neunte Klasse und will in diesem Jahr ihren qualifizierten Hauptschulabschluss machen. Sie stammt ursprünglich aus Syrien und lebt mit ihrer Familie seit 2015 in Deutschland.

Unterricht ohne Laptop

Die Schule stellt Fadwa ein Tablet, Laptops sind derzeit nicht in ausreichender Zahl verfügbar. Fadwa wohnt alleine bei ihrem Vater, der tagsüber zur Arbeit geht. Sie kümmert sich neben dem Homeschooling in der Regel um den Haushalt. Außerdem hilft sie ihrem Vater die deutsche Sprache zu verstehen und übersetzt E-Mails oder Briefe für ihn.

Muttersprache statt Deutsch

In Fadwas Klasse sind 23 Schülerinnen und Schüler, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen. Durch den fehlenden Präsenzunterricht seit de hätten sie manche deutschen Wörter verlernt, so Klassenlehrerin Maria Buchberger. "Die Schüler sprechen kaum mehr Deutsch. In den Familien Zuhause wird häufig nur die Muttersprache gesprochen."

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Maria Buchberger unterrichtet die neunte Klasse der Pestalozzi-Mittelschule in Regensburg aus dem Homeoffice

Schwierigkeiten mit der Anwesenheit

Zu Unterrichtsbeginn am Morgen sind laut Buchberger meistens alle Schülerinnen und Schüler in der Videokonferenz anwesend und ansprechbar. Zur späteren Tageszeit gebe es allerdings immer wieder Schwierigkeiten die Schüler zu erreichen. Fadwa sei diesbezüglich ein Positivbeispiel, da sie immer wieder Eigeninitiative zeige. Es gebe aber auch Schülerinnen und Schüler denen Frau Buchberger täglich hinterher telefoniere.

Fehlendes WLAN als Problem

Es gibt allerdings Tage, da kann Fadwa nicht am Unterricht teilnehmen, da ihr WLAN nicht funktioniert. Noch schlechter sei es bei Schülerinnen und Schülern die in Gemeinschaftsunterkünften leben, sagt Buchberger. Sie müssten sich teilweise privat um einen Internetanschluss kümmern. Gerade in Familien, die kein regelmäßiges Einkommen vorweisen können, sei es schwierig Internetverträge abzuschließen.

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