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Eines der intelligentesten Häuser der Welt steht in Hauzenberg | BR24

© BR/Martin Gruber

In Hauzenberg im Landkreis Passau steht ein High-Tech-Haus: Es weiß, wann die Tochter der Familie neue Windeln braucht und der Vater nach Hause kommen wird. Möglich macht das Künstliche Intelligenz.

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Eines der intelligentesten Häuser der Welt steht in Hauzenberg

Das Haus einer Familie in Hauzenberg geht über ein Smart-Home deutlich hinaus: Es berechnet selbstständig, wann der Mähroboter losgeschickt wird, erinnert die Bewohner an Einkäufe und weiß zu jeder Zeit, wo sich die Bewohner im Haus befinden.

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Es klingt nach Science Fiction und ein bisschen verrückt: Aber ein Smart-Home in Hauzenberg im Landkreis Passau ist wahrscheinlich eines der intelligentesten Häuser der Welt.

Das Haus denkt für seine Bewohner mit

Auf den ersten Blick ist das Haus ein ganz normales Einfamilienhaus. Doch es kann weitaus mehr, als ein normales: Es übernimmt fast alles für die Bewohner - vom Einkaufen übers Türöffnen bis hin zum Hochbeet wässern. Das Haus denkt mit und spricht mit seinen Bewohnern. In ihm steckt jede Menge künstliche Intelligenz - und es ist CO2-neutral.

Ein CO2-neutrales Zuhause

Ein IT-Spezialist aus Hauzenberg hat das Haus gebaut. Wenn seine Frau mit vollen Einkaufstüten vor der Haustür steht, reagiert das Smart-Home: "Guten Morgen, Martina. Willkommen zuhause. Bitte leise sein. Aurelia schläft", kommt es aus den Lautsprechern.

Der Computer weiß, wann Papa nach Hause kommen wird

Stolz erklärt Besitzer Khosrau, wie sein Haus funktioniert und was es alles kann: Etwa Auskunft darüber geben, wann er von der Arbeit nach Hause kommt: "Wo ist Papa?" beantwortet die künstliche Intelligenz mit: "Papa war in der Arbeit und ist um 16.55 Uhr losgefahren. Nach aktueller Verkehrslage wird er um 18.50 Uhr zuhause sein."

Das Haus bestellt Windeln für die Tochter

Und wenn die Eltern wissen wollen, ob bald wieder neue Windeln für Töchterchen Aurelia fällig sind, dann hört sich das so an: "Brauchen wir neue Windeln?" - "Nach meiner Berechnung hat Aurelia noch 30 Windeln der Größe 4 Plus. Am Montag würde ich neue bestellen. Jedoch in Größe 5. Soll ich die jetzt schon bestellen?" - "Ja, bitte jetzt schon bestellen." - "Ok, ich suche den günstigsten Preis und bestelle."

© BR/Martin Gruber

Der Hausbesitzer kann alles digital steuern.

Überall Technik installiert

Das Haus ist voll mit Mikros, Lautsprechern, Kameras, Ipads und Tablets. Und fast alles wird registriert: Die Gewohnheiten der Bewohner im Haus, wie Einkaufen, Duschen, Kochen, Arbeiten, Fernsehschauen. Rund 50 Geräte wie TV, Ofen, Heizung, Licht, Jalousien sind miteinander vernetzt und kommunizieren, auch mit 20 Onlinediensten wie Amazon und Google. Das Haus lernt quasi ständig dazu.

Haus lernt ständig dazu

Die Technik läuft dann im Keller zusammen. In einem unscheinbaren Kasten ist die Schaltzentrale mit Sicherungen und sogenannten Aktuatoren. Das Herzstück ist aber ein kleiner Computer: Hier sitzt die Künstliche Intelligenz. Hier wird entschieden, ob neue Windeln benötigt werden, ob das Hochbett bewässert wird, oder ob jemand das Haus betreten darf.

300 Anwendungen sind installiert

300 Anwendungen hat der 43-Jährige programmiert: Bügeleisen aus, Fenster zu, Heizung aus, Jalousien runter oder rauf - das Haus regelt alles selbst, auch die Arbeit im Garten. Der Mähroboter und die Hochbeetbewässerung laufen nicht zufällig: "Das System holt sich auch Wetterdaten von Google. Was wird in der Zukunft passieren? Wird es noch regnen? Anhand dieser Daten wird berechnet, ob Bewässerung nötig ist."

Live-Infos vom Grill auf der Terrasse

Das Haus liefert auch Infos "live" vom Grill auf der Terrasse: "Die Steaks sind jetzt fertig. Nimm sie vom Grill runter. Guten Appetit." Zu viel der Bequemlichkeit? Zu viel der – wenn auch gewollten – Überwachung? Zu viel der gespeicherten Daten? Der Besitzer teilt die Bedenken nicht. Für ihn ist das ein Hobby, eine Tüftelei - und vor allem das Ausschöpfen aller Energiesparmöglichkeiten.

Was sonst noch möglich ist? Sein Haus stehe erst am Anfang, meint der 43-Jährige Hauseigentümer: "Die Vision ist, dass das Haus weiß, wann ich Hunger habe und den Lieferservice bestellt und ich nur noch die Tür öffne und das Essen entgegennehme."

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