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Fotoverbot am ersten Schultag? So ist es in Bayern geregelt | BR24

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Fotos vom ersten Schultag mit Schultüte und Ranzen sind zwar ein beliebtes Motiv für das Fotoalbum und auch auch in sozialen Netzwerken, aber hochgeladene Aufnahmen können gegen den Datenschutz verstoßen.

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Fotoverbot am ersten Schultag? So ist es in Bayern geregelt

Abc-Schützen auf einem Foto am ersten Schultag – in Zeiten von Instagram, Facebook und Co. kann das problematisch werden. Erste Schulen in Deutschland haben das Knipsen nun verboten. Wie gehen die Grundschulen in Bayern damit um?

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Hübsch gemacht, mit neuer Schultüte und Schulranzen – solche Erinnerungsfotos vom ersten Schultag dürfen in keinem Fotoalbum fehlen. Doch in Zeiten von Instagram, Facebook und Co. können Fotos von diesem wichtigen Tag problematisch werden, wenn fremde Kinder mit auf dem Bild sind. Denn die Rechte von Kindern sind besonders geschützt. Deshalb sollte man auf jeden Fall vorher nachfragen.

Fotoverbot in Sachsen-Anhalt

In Nordrhein-Westfalen gab es deswegen vor zwei Wochen sogar eine handfeste Schlägerei zwischen Eltern. Eine Schule in Sachsen-Anhalt griff zu einer drastischen Maßnahme und verhängte am ersten Schultag ein Fotografier- und Filmverbot. In Bayern soll der Nachwuchs samt Schultüte im Klassenzimmer weiter im Familienalbum landen dürfen. Das Kultusministerium spricht kein generelles Fotoverbot aus, überlässt die Entscheidung den einzelnen Schulen, wie ein Ministeriumssprecher sagt. Die haben das Hausrecht und können deshalb Film- und Fotoaufnahmen untersagen.

Es gebe in den letzten Jahren eine Tendenz, dass Eltern das Persönlichkeitsrecht anderer nicht respektieren, sagt Thomas Petri, Landesbeauftragter für Datenschutz in Bayern. Sie filmen einfach und stellen das ins Internet. Das aber ist problematisch.

Fotos für den privaten Gebrauch – kein Problem

Grundsätzlich sei das Fotografieren von Schülern nur mit Erlaubnis der Erziehungsberechtigten erlaubt, ab dem 14. Lebensjahr müssten auch die Kinder selbst einverstanden sein. Aber: Aufnahmen, die von Erziehungsberechtigten ausschließlich für den privaten Gebrauch angefertigt und genutzt werden, sind hiervon ausgenommen.

Anders sieht die Sache aus, wenn andere Kinder auf den Bildern zu sehen sind.

"Eltern dürfen ihre eigenen Kinder eigentlich immer filmen oder fotografieren. Allerdings Vorsicht: Wenn sie dabei andere Kinder filmen, dann greifen sie in die Rechte anderer ein, und dann ist es immer sinnvoll, sich bei den anderen Familien zu erkundigen, ob das in Ordnung ist." Thomas Petri, Landesbeauftragter für Datenschutz in Bayern

Bayern: Belehrung der Eltern empfohlen

Der Haken an der Sache: Die Einverständniserklärung der anderen Familien müsste schriftlich vorliegen. In Nürnberg wird es wohl zum Start ins neue Schuljahr auch kein Fotografierverbot an Schulen geben. Das Staatliche Schulamt in Nürnberg empfiehlt den Schulen aber, die Eltern zu Beginn der Einschulungsveranstaltung darüber zu belehren, dass sie nur ihr Kind filmen und fotografieren dürfen.

Handy wegnehmen? Geht nicht.

Um Probleme mit Persönlichkeitsrechten schon im Vorfeld zu vermeiden, rät Thomas Reichert, der Leiter des Staatlichen Schulamts in Nürnberg, Folgendes:

"Vielleicht können die Schulen Räume, Nischen, Ecken schaffen, wo Eltern ihr Kind mit Lehrkraft und Schultüte fotografieren können. Haftbar ist immer der Fotografierende und hier ist die Problematik. Als Schulleiter kann ich das Fotografieren und Filmen zwar verbieten, aber ich kann den Eltern das Handy ja nicht wegnehmen und sagen: 'Sie fotografieren jetzt nicht.'" Thomas Reichert, der Leiter des Staatlichen Schulamts in Nürnberg

Fotos von anderen Kindern veröffentlichen ist strafbar

Wer trotzdem andere Kinder filmt oder fotografiert und diese Aufnahmen dann im Internet veröffentlicht, macht sich strafbar – und kann juristisch belangt werden.