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Fotopose mit "Judenstern": Ärger für AfD-Chefin Ebner-Steiner | BR24

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Ein Foto der bayerischen AfD-Chefin Katrin Ebner-Steiner sorgt für Ärger. Es zeigt die Niederbayerin am Stadtplatz von Deggendorf mit einem Impfgegner, der einen "Judenstern" trägt. CSU und Grüne werfen ihr eine Verharmlosung des Holocaust vor.

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Fotopose mit "Judenstern": Ärger für AfD-Chefin Ebner-Steiner

Ein Foto der bayerischen AfD-Chefin Katrin Ebner-Steiner sorgt für Ärger. Es zeigt die Niederbayerin am Stadtplatz von Deggendorf mit einem Impfgegner, der einen "Judenstern" trägt. CSU und Grüne werfen ihr eine Verharmlosung des Holocaust vor.

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Ein im Internet veröffentlichtes Foto der Vorsitzenden der bayerischen AfD-Landtagsfraktion Katrin Ebner-Steiner erregt die Gemüter. Es ist ein Selfie mit ihr und einem offensichtlichen Impfgegner, der einen selbst gebasteltem "Judenstern" angesteckt hat. Landtagskollegen aus mehreren Lagern werfen der Rechtspopulistin damit eine Verharmlosung des Holocaust vor.

Selfie mit "Judenstern" mittlerweile gelöscht

Ebner-Steiner lächelt auf dem Bild neben einem Mann in die Kamera, der einen deutlich sichtbaren gelben Davidstern auf seinem T-Shirt trägt, der dem nationalsozialistischen "Judenstern" nachempfunden ist. "Ich bin ein Impfgegner", ist darauf zu lesen. Das Foto soll am vergangenen Samstag in Ebner-Steiners Heimatstadt Deggendorf entstanden sein und war auf dem Instagram-Account einer AfD-Anhängerin zu sehen. Mittlerweile wurde es dort gelöscht.

Harsche Kritik von CSU und Grünen

CSU- und Grünen-Politiker zeigten sich empört und bezeichneten das Foto als "geschmacklos". So sagte Karl Freller aus dem CSU-Fraktionsvorstand der Tageszeitung Welt: "Impfgegnerschaft heute mit dem 'Judenstern' der Nazizeit zu symbolisieren halte ich für skandalös. Es relativiert das Grauen des Holocaust und gehört für mich verboten". Er halte es für geschmack- und geschichtslos, wenn sich ein Politiker daneben platziere. Freller ist in der Fraktion Sprecher für Fragen der Israelitischen Kultusgemeinde und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Damit ist er auch verantwortlich für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg.

"Das vorliegende Foto überrascht mich nicht, denn die AfD ist für ihre Verharmlosung des Nationalsozialismus und einseitige Geschichtsauslegung bekannt", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Sie halte es für eine "unerträgliche Verharmlosung der Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes".

Auch die bayerische AfD-Landeschefin Corinna Miazga reagierte auf das Foto: "Ich bin unglücklich über diese Aktion, werte aber die zwischenzeitliche Löschung des Bildes als Einsicht dahingehend, dass die Kollegin die Problematik des Bildes mittlerweile ebenfalls erkannt hat."

Ebner-Steiner spricht von "mündigem Bürger"

Ebner-Steiner bestätigte der Welt, dass sie das Foto im Rahmen eines "Protests mündiger Bürger gegen die Corona-Maßnahmen der Staatsregierung" aufgenommen habe. Zum Davidstern auf dem T-Shirt des Mannes wollte sie sich dem Bericht zufolge nicht äußern. "Was dabei als Form des Protests von mündigen Bürgern als Kleidung getragen wird, habe ich im Einzelnen nicht zu bewerten", zitierte sie die Zeitung. Sie habe das Foto aber "sehr schnell wieder gelöscht", um "trotzdem Irritationen zu vermeiden".

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