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Forstleute warnen vor "katastrophalem Borkenkäferjahr" | BR24

© BAYERISCHE STAATSFORSTEN/Forstbetrieb Bodenmais

Ein vom Borkenkäfer befallener Baumstamm

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    Forstleute warnen vor "katastrophalem Borkenkäferjahr"

    Die Prognosen sind düster: Das Amt für Landwirtschaft und Forsten in Regen fürchtet, dass dieses Jahr zu einem "katastrophalen Borkenkäferjahr" wird. Viele Bäume sind durch die Trockenheit gestresst und der Borkenkäfer kann sich wunderbar vermehren.

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    Das Amt für Landwirtschaft und Forsten in Regen und der Forstbetrieb Bodenmais fordern alle Privatwaldbesitzer dazu auf, in den nächsten acht bis zwölf Wochen in ihren Wäldern Fichten zu suchen, die vom Borkenkäfer befallen sind, und diese zu fällen. Die Experten gehen von einem "katastrophalen Borkenkäferjahr" aus.

    Bäume durch Trockenheit extrem gestresst

    Die befallenen Bäume müssen nach dem Fällen so schnell wie möglich aus dem Wald herausgebracht oder mit einem zugelassenen Insektizid behandelt werden, da sonst unter der Rinde die Käferlarven weiter überleben, heißt es. "Alle Weichen sind derzeit auf ein katastrophales Borkenkäferjahr gestellt", so der Bereichsleiter Forsten am Regener Landwirtschaftsamt.

    Dank heißer Ostertage hatte der Käfer erneut einen frühen Start ins Jahr. Dazu kommt die anhaltende Trockenheit und die dritte ausgeprägte Frühjahrstrockenheit in Folge seit 2018, die die Bäume stresst und für den Borkenkäfer ideale Bedingungen liefert.

    Preisverfall auf dem Holzmarkt

    Gleichzeitig ist der Absatz beim Holzverkauf eingebrochen. Schlechte Holzqualitäten mit Befallslöchern und Trocknungsrissen sorgen - ebenso wie das Überangebot - für einen Preisverfall.

    Wegen der Corona-Pandemie brechen für die Sägewerke nun noch einmal wichtige Absatzmärkte weg. Außerdem fehlen die nötigen Arbeitskräfte wegen der geschlossenen Grenzen. Teilweise lohnt sich die Aufarbeitung der Bäume gar nicht mehr. Das Holz sei derzeit als Brennholz noch am Besten aufgehoben. Holz, das nicht in die Sägewerke gefahren werden kann, darf auf Wiesen oder anderen Flächen, die weit weg vom Wald sind, zwischengelagert werden.

    © BAYERISCHE STAATSFORSTEN/Forstbetrieb Bodenmais

    Försterin Claudia-Christin Krüger vom Forstbetrieb Bodenmais hat eine alte Käferleiche mit dem roten B markiert.

    Genaue Sichtung

    In Ausnahmefällen, so die Förster, können abgestorbene Bäume, die bereits komplett ohne Rinde sind und aus denen der Käfer ausgeflogen ist, als Totholz im Wald stehen bleiben. Das betrifft aber nur Befallsbäume aus früheren Monaten in schlecht zugänglichen Waldgebieten und ist auch nur erlaubt, wenn wirklich keine Käfer mehr darin sind. Wenn die Rinde am unteren Stammende noch fest am Baum haftet, bietet sie noch immer einen guten Überwinterungsplatz für den Schädling.

    Markierung mit rotem "B"

    Im Zweifelsfall beraten die Förster. Als Totholz stehen bleiben dürfen außerdem nur Bäume, die nicht an Wegen, Strassen oder nah an Gebäuden stehen, also gefahrlos irgendwann umstürzen oder zusammenbrechen dürfen. Waldbauern sollen solche Bäume sichtbar mit einem roten "B" markieren, damit klar ist, dass der Baum nicht beim Aufarbeiten von Käferbeständen vergessen wurde.