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Förster Ludwig Arnold bei der Inventur

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    Forstinventur: Welche Baumarten, wie dick, hoch, gesund?

    In den Bayerischen Staatswäldern wird alle 10 Jahre Inventur gemacht. Es wird gemessen, begutachtet, verglichen, kartiert. So wird dokumentiert, wie sich der Wald verändert und man kann planen für die Zukunft. Nun ist der Forstbetrieb Forchheim dran.

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    Von
    • Kirsten Zesewitz
    • Christine Schneider

    Seit vier Wochen sind die Experten der Forstinventur der Bayerischen Staatsforsten in den Wäldern zwischen Erlangen und Scheßlitz unterwegs. Sie zählen die Bäume, messen Höhe und Dicke und halten Schäden fest. So ergibt sich ein Bild der Waldentwicklung in den letzten zehn Jahren. Gleichzeitig ist die Forstinventur die Grundlage für die Wirtschaftsplanung der nächsten zehn Jahre. Das Ziel: ein klimastabiler Zukunftswald.

    Wie verändert sich der Wald?

    Heuer bekommt der Staatsforstbetrieb Forchheim eine Waldinventur. Das letzte Mal war er vor zehn Jahren an der Reihe. Noch bis zum Herbst sind fünf Mitarbeiter der Forstinventur in den Staatswäldern zwischen Erlangen und Scheßlitz unterwegs, um herauszufinden: Wieviel Holz steht im Wald? Welche Baumarten sind da? Wieviel Holzzuwachs ist vorhanden? Wo sind Bestände durch Trockenheit und Klimawandel abgestorben? Wieviel Totholz ist im Wald?

    Durchmesser, Höhe und Biotopstrukturen

    Einer der Forstinventurleute ist Ludwig Arnold. Er zählt die vorhandenen Baumarten und die Bäume, hält Durchmesser, Höhe und etwaige Schäden fest. Wie hat sich beispielweise eine rund 100 Jahre alte Buche entwickelt? Ludwig Arnold: "Sie hat in den letzten zehn Jahren an Umfang vier Zentimeter zugenommen und ist um eineinhalb Meter auf 38 Meter gewachsen." Auch ökologische Parameter wie Spechthöhlen oder Totholz dokumentiert er. Anschließend werden die Daten hochgerechnet. So ergibt sich ein Gesamtbild der Entwicklung des Staatswaldes in den vergangenen zehn Jahren.

    4.100 Magnetpunkte im Waldboden

    Die Methode funktioniert so: Über die 17.500 Hektar des Forstbetriebs verteilt sind 4.100 Magnete im Waldboden vergraben. Diese Punkte werden per GPS geortet. In einem Radius von zwölf Metern müssen alle Bäume erfasst und vermessen werden. Fehlt ein Baum, der noch vor zehn Jahren dort stand, dokumentieren ihn die Mitarbeiter als "gefällt". Auch junge Bäume, die größer sind als 1,30 Meter werden vermessen, denn sie sind die Zukunft des Waldes. Da immer dieselben Bäume aufgenommen werden, entstehen so Zeitreihen über Jahrzehnte hinweg – eine wertvolle Information für den Zustand der Wälder.

    Borkenkäfer und Trockenheit hinterlassen Spuren

    An einem der 4.100 Inventurpunkte, im Waldstück Auerberg, zeigt sich exemplarisch, wie sich der Wald durch die Trockenheit der letzten Jahre und durch den Borkenkäferbefall verändert hat. Vor zehn Jahren standen hier noch acht Fichten und eine Eiche. Jetzt steht nur noch die Eiche.

    Inventur kostet 200.000 Euro

    Ein halbes Jahr sind die Mitarbeiter der Forstinventur unterwegs, die gesamte Inventur kostet rund 200.000 Euro. Aber sie ist aus Sicht der Bayerischen Staatsforsten eine sinnvolle Investition, denn sie ist die Grundlage seiner Planung für die nächsten zehn Jahre. Für jedes Waldstück wird nun genau festgelegt, was dort in den nächsten Jahren zu passieren hat: Holzeinschlag, Pflege oder Pflanzung.

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