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Klimaaktivisten besetzen Forst Kasten

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    Forst Kasten: Münchner Stadtrat bleibt bei geplantem Kiesabbau

    Einem Waldstück im Forst Kasten südlich von München droht weiterhin die Rodung. Denn der Münchner Stadtrat bleibt bei seiner Entscheidung, das Gebiet für den Kiesabbau zu vergeben. Aber einen Ausweg gäbe es noch.

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    Von
    • Birgit Grundner
    • Moritz M. Steinbacher

    Kurz vor der Stadtratssitzung hatte sich die Lage im Forst Kasten zugespitzt: 30 Klimaaktivisten besetzten das Waldstück im Süden von München, um seine Abholzung zu verhindern. Hintergrund ist eine umstrittene Entscheidung des Münchner Stadtrates, dort Kiesabbau zu ermöglichen. Jetzt hat das Gremium diese Entscheidung letztlich bestätigt.

    Kiesabbau-Pläne bestätigt - Hände gebunden durch gültige Verträge

    Die Stadt trat nicht vom Vergabeverfahren zurück und hob die Ausschreibung nicht auf. Es bleibt also bei der Entscheidung aus dem Jahr 2017, für den Kiesabbau auf dem Waldstück.

    Viele Stadtratsmitglieder dürften in einem Dilemma gesteckt haben. Denn nachdem die Kritik am geplanten Kiesabbau im Forst Kasten immer lauter geworden war, hatte sich zuletzt eine Mehrheit im Gremium doch dagegen positioniert. Aber: laut der Regierung von Oberbayern hat die laufende Ausschreibung rechtlich Bestand, es gibt gültige Verträge. So hätten die Stadtratsmitglieder von den sich bewerbenden Unternehmen persönlich haftbar gemacht werden können.

    Betroffenes Waldstück im Forst Kasten: 10.000 Bäume in Gefahr

    Das betroffene Waldstück im Forst Kasten ist im Besitz der gemeinnützigen Heiliggeist-Spital-Stiftung, die wiederum von der Stadt München verwaltet wird. 2017 beschloss der Münchner Stadtrat, rund 9,5 Hektar Wald zum Kiesabbau auszuschreiben. Dafür müssten aber rund 10.000 Bäume gefällt werden. Die Gegner des Projekts kritisieren das angesichts der Klimaerwärmung als unverantwortlich.

    Das letzte Wort hat der Landkreis München

    Ob ein Kiesabbau im Forst Kasten tatsächlich genehmigungsfähig ist, ist noch offen. Denn dazu muss das Unternehmen, das gegen die Stimmen von ÖDP und Die Linke den Zuschlag bekommen hat, einen Genehmigungsantrag beim Landratsamt München stellen. Und das muss dann abwägen: Der Forst Kasten ist ein Bannwald und unterliegt einerseits einem gewissen Schutz. Anderseits ist das Gebiet auch eine Vorrangzone für den Kiesabbau. Auf BR-Anfrage heißt es aus dem Landratsamt München, dass ein möglicher Antrag auf Kiesabbau deswegen auch ganz genau auf die Belange des Naturschutzes geprüft werden muss.

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