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Forscher taufen Urzeittier auf den Namen eines Baggerfahrers | BR24

© picture alliance/dpa Themendienst/Andrea Warnecke

Wissenschaftler haben in Neudrossenfeld ein Fossil einer bisher unbekannten Gattung aus der Familie der Pfeilschwanzkrebse zugeordnet.

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    Forscher taufen Urzeittier auf den Namen eines Baggerfahrers

    Vor mehr als 20 Jahren ist in einer Sandgrube im Landkreis Kulmbach der Abdruck eines Urzeittiers gefunden worden. Nun fanden Forscher heraus, dass es sich um den Abdruck einer Tierart handelt, die Millionen Jahre später gelebt hat als gedacht.

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    • BR24 Redaktion

    Forscher haben die im Landkreis Kulmbach entdeckten Abdrücke eines Pfeilschwanzkrebses einer bisher unbekannten Gattung zugeordnet. Ein Paläontologe des Jura-Museums Eichstätt hatte mit Kollegen den etwa fünf Zentimeter großen Abdruck eines Urzeittieres untersucht, der 1999 in der Sandgrube Pechgraben bei Neudrossenfeld gefunden worden war. Das haben die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) jetzt mitgeteilt.

    Wissenschaftler arbeiten mit 197 Millionen Jahre altem Sand

    In der Grube werden jurazeitliche Sande abgebaut, die den Angaben der Wissenschaftlern zufolge etwa 197 Millionen Jahre alt sind. Nun haben die Wissenschaftler das Fossil rekonstruiert und einer bisher unbekannten Gattung aus der Familie der Austrolimulidae zugeordnet. Bisher waren Forscher den Angaben zufolge davon ausgegangen, dass die Austrolimulidae dem großen Massenaussterben an der Trias-Jura-Grenze vor 201 Millionen Jahren zum Opfer gefallen waren. Das Tier muss also einige Millionen Jahre später gelebt haben als bisher angenommen.

    Ur-Fossil bekommt Namen des Baggerfahrers

    Die Wissenschaftler gaben der neuen Art den Namen Franconiolimulus pochankei - benannt nach Hartmut Pochanke, dem Baggerfahrer der Sandgrube, der die Tonschichten für die Notgrabung freigebaggert und so für die Paläontologen erst zugänglich gemacht hat.

    Pfeilschwanzkrebse sind, anders als ihr Name vermuten lässt, keine Krebse, sondern mit den Spinnentieren verwandt. Vor rund 197 Millionen Jahren lebte der Pfeilschwanzkrebs auf dem Gebiet des heutigen Oberfrankens in einem tropischen Flussarm, umgeben von einem dichten Urwald mit Farnbäumen, Riesenschachtelhalmen und Nadelbäumen. Funde von Tier-Fossilien aus diesem Ökosystem sind nach SNSB-Angaben außerordentlich selten.

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