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Bei einer Expedition in einer Höhle in der Oberpfalz ist ein 57-jähriger Forscher während eiens Tauchgangs ums Leben gekommen. Rettungskräfte hatten zuvor stundenlang versucht, den Mann zu reanimieren. Nun ermittelt die Polizei.

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Forscher stirbt bei Höhlentauchgang: Kripo ermittelt zum Unfall

Bei einer Expedition in einer Höhle in der Oberpfalz ist ein 57-jähriger Forscher während eines Tauchgangs ums Leben gekommen. Rettungskräfte hatten stundenlang versucht, den Mann zu reanimieren. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.

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Von
  • Sebastian Wintermeier
  • BR24 Redaktion

Bei einer Expedition in der Mühlbachquellhöhle im oberpfälzischen Dietfurt (Ortsteil Mühlbach) ist am Samstag ein Höhlenforscher ums Leben gekommen. Nach BR-Informationen hatte ein Team von Höhlenrettern und ein Notarzt zuvor noch dreieinhalb Stunden erfolglos versucht, den aus Mittelfranken stammenden Mann zu reanimieren.

Nach einer Engstelle nicht mehr aufgetaucht

Wie der Sprecher des zuständigen Höhlenforschungsvereins, Christian Schöffel, der Deutschen Presse-Agentur sagte, sei der 57-Jährige Schlussmann einer vierköpfigen Gruppe gewesen und nach einem engen Durchschlupf in einem etwa sechs Meter langen, wassergefüllten Siphon nicht mehr aufgetaucht. Daraufhin sei er von seinen Kameraden mit Wasser in der Lunge aus einer Engstelle gezogen worden. Warum der Mann trotz Maske und Pressluftflasche Wasser einatmete, sei bislang nicht geklärt.

Verunglückter war erfahrener Höhlenforscher

Nach BR-Informationen erforscht die Gruppe die Höhle bereits seit 25 Jahren. Warum es an der Engstelle, die die Teams schon häufig passiert hatten, zu dem Unfall kam, konnte sich der auch am Rettungseinsatz beteiligte Schöffel zunächst nicht erklären. "Das waren die erfahrensten Leute, die wir im Verein haben, mit der besten Ausrüstung. Die halten sich alle an die Regeln, keiner geht alleine in die Höhle, keiner macht das, um sich einen Kick zu holen. Das sind klar koordinierte Forschungsbefahrungen."

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Ein Höhlenforscher ist bei einem Tauchunfall in Dietfurt, im Landkreis Neumarkt, gestorben. Der Unfall ereignete sich im System der Mühlbachquellhöhle in der Fränkischen Alb. Rettungskräfte hatten versucht, ihn an die Oberfläche zu bringen.

200 Retter aus ganz Bayern waren vor Ort

Ein Begleiter habe sich nach dem Vorfall auf den Weg aus der Höhle gemacht und gegen 16 Uhr Hilfe gerufen. Anschließend rückten rund 200 Rettungskräfte aus ganz Bayern an, darunter auch zwei Gruppen von Höhlenrettern. Dabei sorgte das Wasser in der Höhle für erschwerte Bedingungen bei der Rettungsmission. Ein kleineres Team drang schließlich zu dem Verunglückten vor, zusätzlich versuchten Rettungskräfte von außen, eine Telefonverbindung aufzubauen. Der 57-Jährige starb am späten Samstagabend noch während der Rettungsaktion in der Höhle.

Kriminalpolizei ermittelt zum Unfall

Die vier ehrenamtlichen Höhlenforscher des überregional organisierten Vereins "Die Mühlbachquellhöhle und die Karstgruppe Mühlbach" hatten in dem Höhlensystem in der Fränkischen Alb anstehende Färbeversuche vorbereitet. Sie sollen Klarheit über den unterirdischen Verlauf des versickernden Oberflächenwassers in dem Karstgebiet bringen.

Mittlerweile ermittelt die Kriminalpolizei, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Die Mühlbachquellhöhle ist nach Angaben eines Höhlenretters etwa sieben Kilometer lang. 150 Meter nach ihrem Eingang entwickelt sich die Höhle zu einem unterirdischen Flusslauf.

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Bei den Tauchern handelte es sich um vier erfahrene Höhlenforscher, die in das System der Mühlbachquellhöhlen eingestiegen sind, so Rüdiger Nowak, BR-Reporter. Ein 57-jähriger Mann kam dabei ums Leben. Er hatte gesundheitliche Probleme bekommen.

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