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Bildrechte: BR/Johanna Schlüter

Der Menstruationszyklus von Frauen hängt einer Studie eines Forscherteams aus Würzburg, München, Buenos Aires und den USA zufolge mit Mondzyklen zusammen. Für die Studie führten die Frauen teils über 30 Jahre lang Tagebuch.

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Forscher finden Zusammenhang von Mond- und Menstruationszyklen

Eine Studie, an der ein Team der Uni Würzburg mitgearbeitet hat, fand heraus: Der Menstruationszyklus von Frauen hängt mit Mondzyklen zusammen. Für die Studie führten die Frauen teils über 30 Jahre lang Tagebuch.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Katja Ortlauf

Die Würzburger Chronobiologie-Professorin Charlotte Förster, Inhaberin des Lehrstuhls für Neurobiologie und Genetik ist Teammitglied des Forscherteams. Sie befasst sich mit "inneren Uhren" von Menschen. "Wir haben festgestellt, dass der Zyklus der Frau zeitweise an den Mond ankoppelt. Bei jungen Frauen passiert das häufiger als bei älteren", so Förster im BR-Interview. Nach der Studie ist bei Frauen bis 35 die Menstruation dabei häufiger mit den Mondzyklen synchron als bei älteren Frauen. Das Team von Wissenschaftlern kommt zu dem Ergebnis, dass das menschliche Fortpflanzungsverhalten und der Zyklus der Frauen noch in der Antike weitgehend synchron mit den Mondzyklen waren.

Künstliches Licht wirkt sich auf die Synchronisation aus

Moderne Lebensgewohnheiten sowie künstliches Licht hätten diesen Gleichtakt heute aber weitgehend verändert. "Wir hatten Frauen, die bei einem Nachtlicht schlafen oder auch sonst richtige Nachtschwärmer waren und diese Frauen waren nicht auf den Mond synchronisiert", so Förster weiter. Die Ergebnisse der neuen Studie wurden online in der Fachzeitschrift "Science Advances" veröffentlicht. Basis der Untersuchung seien die Verläufe der Menstruationszyklen von 22 Frauen, die darüber teils 32 Jahre lang Tagebuch geführt haben, sagt die Würzburger Chronobiologie-Professorin.

Alle drei Mondzyklen beeinflussen die Menstruation

Laut dem Forschungsteam wurde dieser Ansatz zur Auswertung solcher Langzeitdaten bisher nicht genutzt. Menstruationszyklen seien mit den drei Mondzyklen verglichen worden: dem Wechsel zwischen Voll- und Neumond, der Position des Mondes "relativ zum Äquator" sowie seiner elliptischen Bahn um die Erde - also wie nah oder fern er der Erde gerade tatsächlich ist. "Alle drei Mondzyklen beeinflussen das Einsetzen der Menstruation bei Frauen", fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heraus. Das nächtliche Mondlicht scheint dabei der stärkste Taktgeber zu sein, aber auch die Gravitationskräfte des Mondes spielen eine Rolle.

Eine Schwäche hat die Studie nach Angaben der Forscher: die relativ geringe Zahl der untersuchten Frauen. Daher soll die Datenbasis mit einer Handy-App künftig verbreitert werden.