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Forderung: Giftfreier Kampf gegen Eichenprozessionsspinner | BR24

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Eine Person im Schutzanzug bekämpft den Eichenprozessionsspinner mit chemischen Mitteln

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Forderung: Giftfreier Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

Der Bund Naturschutz in Bayern fordert die Kommunen dazu auf, den Eichenprozessionsspinner künftig ohne den Einsatz von Pestiziden zu bekämpfen. Statt Chemie zu nutzen, sollen die Nester händisch eingesammelt werden.

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Von
  • Andreas Schuster

Die Eichenprozessionsspinner können unter anderem schwere Allergien oder einen allergischen Schock auslösen. Gegen die Raupen lassen viele Kommunen und Privatleute die Eichen spritzen, beispielweise mit Pestizid oder Biozid. Der Bund Naturschutz in Bayern fordert die Kommunen nun dazu auf, auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten.

Stadt Fürth ist Vorbild bei pestizidfreier Bekämpfung

Ein mechanisches Einsammeln der Nester von Hand sei schonender für andere Insekten, gründlicher und finanziell kaum teurer, hieß es von den Naturschützern während eines Pressetermins in Fürth. Die Kleeblattstadt verzichtet seit Jahren im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auf den Einsatz von Gift. Laut Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) habe man damit bei den rund 300 zu behandelnden Bäumen im Stadtgebiet sehr gute Erfahrungen gemacht.

Fürth ist eine von bayernweit über 180 Kommunen, die auf einen Pestizideinsatz verzichten. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Tessa Ganserer und Hans Urban im bayerischen Landtag hervor. Knapp 220 Kommunen setzen beim Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner demnach weiter auf Pestizide.

Eichenprozessionsspinner wird zum größeren Problem

Negativer Spitzenreiter sei die unterfränkische Stadt Schweinfurt, wo zuletzt knapp 1.300 Bäume auf diese Art behandelt worden seien. Laut Bund Naturschutz wird der Eichenprozessionsspinner für immer mehr Kommunen in Bayern zum Problem. Während vor zehn Jahren noch etwa 40 Städte und Gemeinden angegeben hatten, gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen zu müssen, habe sich die Zahl mittlerweile verzehnfacht.

Da die Eiche Lebensraum für besonders viele Insektenarten ist, sei ein Verzicht auf Pestizide laut den Naturschützern besonders wichtig. Dass der Eichenprozessionsspinner immer häufiger auftritt, führt der Bund Naturschutz auch auf den Klimawandel zurück. Die feinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können bei Kontakt Hautausschläge, Juckreiz oder sogar Atemprobleme verursachen.

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Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner verzichtet die Stadt Fürth seit Jahren auf den Einsatz von Gift. Ein Vorbild, sagt der Bund Naturschutz - und fordert alle Kommunen in Bayern dazu auf, dem zu folgen.

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