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Forchheimer Forscherin macht Mikroplastik in Wasser sichtbar | BR24

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Mit einem 15 Millionen Euro teuren Mikroskop kann die Forchheimerin Silke Christiansen Mikro- und Nanoplastik im Mineralwasser "hochauflösend" sichtbar machen. Damit hat das Forchheimer Forschungsprojekt ein Alleinstellungsmerkmal.

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Forchheimer Forscherin macht Mikroplastik in Wasser sichtbar

Mit einem 15 Millionen Euro teuren Mikroskop kann die Forchheimer Forscherin Silke Christiansen Mikro- und Nanoplastik im Mineralwasser "hochauflösend" sichtbar machen. Damit hat das Forchheimer Forschungsprojekt ein Alleinstellungsmerkmal.

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Künftig soll, so Silke Christiansen, die am Fraunhofer IKTS / INAM e.V. im Forchheimer Medical Valley Center forscht, auch das Grundwasser in Forchheim auf Mikroplastik untersucht werden. Denn viele Flaschen – wie auch zahllose andere Alltagsgegenstände – werden aus Plastik gefertigt. Im Laufe der Zeit zerfallen die Produkte. Kleinste Partikel landen dann in Flüssen, Seen und dem Meer.

Hochauflösende Mikroskopie

Doch wie viel Mikroplastik steckt im Wasser oder gar im Schnee? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Silke Christiansen. Sie und ihre Kollegen wollen deutlich genauer hinschauen als nur mit dem bloßen Auge. "Wir haben hier hochauflösende Mikroskope und Spektroskope, womit wir besonders gut schauen können", so Christiansen. Mit ihnen können kleinste Partikel entdeckt werden.

Wasser- und Schneeproben aus aller Welt

Christiansen leitet in Forchheim das Innovationsinstitut für Nanotechnologie und korrelative Mikroskopie, kurz INAM. 15 Forscher arbeiten hier. Sie suchen nach Plastikpartikeln, erfassen deren Anzahl und wollen sie möglichst genau bestimmen. An verschiedenen hochauflösenden Mikroskopen untersuchen sie so Wasser –und Schneeproben aus der ganzen Welt.

"Da gibt es Proben, die hier aus der Antarktis sind, die aus Schnee gewonnen sind, da gab es ja gerade eine Studie, die für sehr viel Furore gesorgt hat im August, wo man festgestellt hat, dass in unbesiedelten Gegenden wie der Arktis doch sehr viele Plastikpartikel über die Atmosphäre offenkundig dahin gelangt sind und diese Proben haben wir jetzt hier, um sie weiter zu charakterisieren." Silke Christiansen, Forscherin am Fraunhofer IKTS / INAM e.V.

Plastikpartikel genau identifizieren

Mit ihren Mikroskopen eröffnen sich den Forschern in Forchheim ganz neue Dimensionen und so kann das Nanoplastik auch den ursprünglichen Produkten besser zugeordnet werden. Denn im Forcheimer Medical Valley suchen die Forscher nicht nur nach Plastikpartikeln, sie wollen sie auch genau identifizieren. So ist es ihnen möglich etwa PET in einer Wasserprobe auszumachen – also den Stoff, der für die Herstellung von Plastikflaschen verwendet wird.

Ziel des Ganzen ist nicht nur, Mikroplastik im Wasser nachzuweisen, sondern den Verbrauchern deutlich zu machen, dass Plastik über die Jahre nicht einfach verschwindet. Plastikverunreinigungen tatsächlich sichtbar machen, darum geht es den Wissenschaftlern, damit die Menschen auch die Dimension des Problems erkennen. In Zukunft wollen sie das nicht nur mit Proben aus der ganze Welt tun, sie wollen auch das Wasser ihrer Heimatstadt Forchheim analysieren.