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Forchheim: Traueranzeige für gefällten Baum sorgt für Diskussion | BR24

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"Wir trauern": Unter anderem Stadträte und eine Bundestagsabgeordnete beklagen die Fällung einer Linde in Forchheim.

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Forchheim: Traueranzeige für gefällten Baum sorgt für Diskussion

In einer Traueranzeige wegen eines gefällten Baumes in Forchheim macht auch eine Bundestagsabgeordnete die Feuerwehr verantwortlich. Die wiederum spricht von Realitätsverlust und verteidigt das Ehrenamt vor dem vermeintlichen Ruf des "Sündenbocks".

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Von
  • Thorsten Gütling

Eine Traueranzeige für einen Baum sorgt für Ärger in Forchheim. Die Anzeige wurde mit Nägeln an den Stumpf einer etwa 45 Jahre alten Linde auf dem Forchheimer Paradeplatz angebracht.

Der Baum sei auf Wunsch der Feuerwehr gefällt worden, obwohl er dieser für Durchfahrt oder Aufstellen eines Drehleiterfahrzeugs überhaupt nicht im Weg gestanden habe, heißt es. Unterschrieben ist die Traueranzeige von acht Personen, darunter drei Stadträte der Grünen und der Bundestagsabgeordneten Lisa Badum (Grüne). 

Traueranzeige für gefällte Linde: Stadt verweist auf Freistaat

Stadt und Freiwillige Feuerwehr widersprechen dieser Darstellung entschieden. Die Feuerwehr habe die Fällung des Baumes weder empfohlen noch angewiesen, heißt es aus dem Rathaus. Der Baum sei vielmehr einer Neugestaltung des Platzes zum Opfer gefallen. Welche Räume dabei für die Feuerwehr freigehalten werden müssten, regle alleine die Bayerische Bauordnung. Eine mögliche Umpflanzung des Baumes durch eine Spezialfirma habe der Umweltausschuss der Stadt im vergangenen Oktober diskutiert, mangels Aussicht auf Erfolg aber schließlich mit Zustimmung der Grünen abgelehnt.

Forchheims Oberbürgermeister verteidigt Feuerwehr

Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) stellt sich daher schützend vor die Feuerwehr. Er werde es auf keinen Fall dulden, dass politischer Fundamentalismus auf dem Rücken Freiwilliger ausgetragen werde, so Kirschstein. Der Vorsitzende der Feuerwehr und Stadtrat der CSU, Josua Flierl, nennt die Reaktion der Stadtratsmitglieder eine "bodenlose Frechheit".

"Dass eine Bundestagsabgeordnete im fernen Berlin vielleicht den Bezug zur Realität verloren hat, mag sein. Aber dass Mitglieder des Stadtrates einen einstimmig gefassten Beschluss nicht akzeptieren können und das Ehrenamt als Sündenbock für ihre Ansichten herhalten muss, ist eine Unverschämtheit." Josua Flierl, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim 

Grünen-Politiker ketten sich an Baum

Bereits im vergangenen Oktober hatten sich Badum und einige Stadträte der Grünen aus Protest an den Baum gekettet. Damals hieß es, Feuerwehr und Bauamt hätten noch kurz zuvor bestätigt, dass der Baum von Einsatzfahrzeugen problemlos passiert werden könne. Mit ihrer Aktion wollten die Grünen darauf aufmerksam machen, dass selbst jahrzehntealte Bäume, die das Stadtbild prägten und wichtig für das Stadtklima seien, noch immer keine ausreichende Lobby hätten.

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