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Foodsaver-Laden in Kempten: Einkaufen ohne Geld | BR24

© BR/Christoph Scheule

Jeder von uns wirft im Schnitt pro Jahr 82 Kilo Lebensmittel in den Müll. In Kempten will eine Privatinitiative etwas gegen die Verschwendung tun: Im Foodsaver-Laden müssen die Kunden für die Einkäufe nicht bezahlen – zumindest gibt es keine Kasse.

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Foodsaver-Laden in Kempten: Einkaufen ohne Geld

Jeder von uns wirft im Schnitt pro Jahr 82 Kilo Lebensmittel in den Müll. In Kempten will eine Privatinitiative etwas gegen die Verschwendung tun: Im Foodsaver-Laden müssen die Kunden für die Einkäufe nicht bezahlen – zumindest gibt es keine Kasse.

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Der Foodsaver-Laden in Kempten ist ein exklusiver Club. Was sich elitär anhört, ist genau das Gegenteil: Clubmitglied kann jeder werden, und zwar für einen Beitrag von zehn Euro pro Monat. Dafür dürfen die Mitglieder von Montag bis Samstag vorbeikommen und Lebensmittel aussuchen, für die sie nichts weiter bezahlen müssen.

Foodsaver machen sich selbständig

Hinter dem Projekt steht keine große Organisation wie foodsharing.de, sondern eine Privatinitiative von vier Bürgern namens "Foodsaver Allgäu". Rudi Betz und seine Mitstreiter sind schon seit Jahren aktive Lebensmittelretter. "Wir wollten das nicht länger unter den Vorschriften einer hunderte Kilometer entfernten Dachorganisation machen", erklärt er den Schritt zum eigenen Laden.

Ehrenamtliche Lebensmittelretter

Der befindet sich nun in Kempten, in einer ehemaligen Bäckerei. In den Auslagen liegen zum Beispiel Brot, Gemüse und Obst, Wurst und Käste sowie Tiefkühlprodukte. Ehrenamtliche Lebensmittelretter holen die Waren mit ihren Privatautos bei Bäckereien und Supermärkten ab und bringen sie in den Foodsaver-Laden. Regulär verkauft werden dürfen die Lebensmittel nicht mehr – aber sie sind noch genießbar und zu gut für die Tonne.

Ergänzung zu den Tafeln

Das Konzept erinnert an die Tafeln. Die Allgäuer Foodsaver sehen sich aber nicht als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung, erklärt Rudi Betz. "Wenn die Tafeln meist um 13 Uhr schließen, haben sie ja oft immer noch Waren. Die haben dann bei uns die weitere Chance, einen Abnehmer zu finden." Im Unterschied zu den Tafeln dürfen sich bei den Foodsavern nicht nur Bedürftige eindecken, sondern alle Menschen – vorausgesetzt, sie sind Clubmitglieder.

Finanzierung über Mitgliedsbeiträge

Die Initiatoren hoffen, dass sie zunächst hundert Mitglieder für ihr Konzept begeistern können. Mit den tausend Euro, die dann an Clubbeiträgen vorhanden wären, könnten Ladenmiete und die Nebenkosten bezahlt werden. "Dann können wir ruhiger schlafen," sagt Rudi Betz. Auch ehrenamtliche Helfer und Sachspenden, zum Beispiel Kühlschränke, sind im Foodsaver-Laden willkommen.